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Montag, 7. Mai 2018

3DS-Review: Witch & Hero III - Die Hexe ist wieder stoned

Titel: Witch & Hero III
Genre: Geschicklichkeit / Tower-Defense
Hersteller: Circle
eShop-Link
Preis: 3,99 Euro




Auch im dritten Ableger der Witch & Hero-Reihe bleibt alles beim alten. Neuerungen im Detail gibt es aber dennoch - und sie sind auch dringend nötig, um die Reihe auf die nächsthöhere Ebene zu hieven.

Gewusel ohne Ende in Witch & Hero III
Wie bereits im ersten Teil (getestet hatte ich es hier drüben) stehen die beiden erwachsenen Protagonisten im Fokus, diesmal begleitet von dem Nachwuchs-Helden aus Witch & Hero II (hatte ich hier drüben vorgestellt). Das Trio ist diesmal in satten vierzig Stages auf der Suche nach der entführten Nachwuchs-Hexe. Klingt im ersten Moment viel, ergibt aber in der Summe gerade mal eine Spielzeit von rund drei bis vier Stunden. Schon traurig, wie irgendjemand von den Vieren immer in Schwierigkeiten gerät und wir es auslöffeln dürfen. Allerdings kommt dabei auch ein ziemlich kurzweiliges Geschicklichkeits-Spielchen zustande, dass durch seine Tower-Defense-Anleihen auch durchaus Genre-Fans ansprechen dürfte. Wir verteidigen - die zu Stein gewordenen Hexe - in der Mitte des Bildschirms von der anrückenden, pixeligen Feindesschar, indem wir mit dem kleinen und großen Helden einfach in die Gegner reinlaufen. Auf die gleiche Art und Weise sammeln wir auftauchende Währung und Blut auf, damit nach Levelende ordentlich in Upgrades investiert werden kann. Das Blut wiederum kommt der versteinerten Hexe zugute, die damit kurzzeitig zum Leben erweckt wird, um ihre destruktiven Feuerbälle und Tornados auf die Feinde zu ballern.

Eine ordentliche Portion Multitaskingfähigkeit ist hier Voraussetzung, wenn wir beide Helden gleichzeitig steuern wollen, und so ganz nebenbei noch die Angriffe der Hexe in die richtige Bahn lenken. In Witch & Hero III kann allerdings auch zum ersten Mal die CPU den Mini-Helden übernehmen. Das macht sie sogar recht gut. Eine weitere kleine Neuerung gegenüber den Vorgängern: erstmals müssen wir auch mit Hindernissen auf dem Terrain fertig werden. Das schließt sogar eine heikle Rutschpartie in eisigen Levels mit ein. Viel mehr Neues bietet der dritte Teil allerdings nicht - wer eines der ersten beiden Spiele bereits gespielt hat, der kommt hier ad hoc klar.

FAZIT:

Dem Spiel fehlt es immer noch an Abwechslung - aber für die halbe Stunde zwischendurch funktioniert es außergewöhnlich gut und macht Laune. Die Chipmucke ist einmal mehr herzallerliebst und auch die Grafik hat ihren gewohnten Charme. Durch die kleinen Neuerungen und dem bisher größten Spielumfang ist Witch & Hero III definitv der bisher beste Teil der Reihe.

Wertung: 6 / 10

Trailer:

Dienstag, 1. Mai 2018

3DS-Review: SteamWorld Dig 2 - Dorothy gräbt sich durch

Titel: SteamWorld Dig 2
Genre: Plattformer
Hersteller: Image & Form Games
eShop-Link
Preis: 19,99 Euro




Nachdem der erste Teil von SteamWorld Dig zwar alles in allem gut war, mich aber nicht so wirklich zu Begeisterungsstürmen hinreißen lies (getestet hatte ich es hier drüben), war es spannend zu verfolgen, inwiefern Teil 2 die definitive Luft nach oben ausnutzt. Dass das zweite Abenteuer in der grafisch stimmungsvollen Steampunk-Welt dabei überhaupt noch für den 3DS erscheint, kommt in trauriger Weise schon einem kleinen Wunder gleich. Denn während sämtliche Plattformen (von PC bis Konsolen) bereits bedient wurden, war es bis wenige Wochen vor Veröffentlichung völlig unklar, ob Image & Form Games den 3DS mit einer Portierung überhaupt beglücken würden. Trotz guter Kritiken allerorts.

SteamWorld Dig 2
Dabei funktioniert dieser Plattformer gerade auf dem Handheld hervorragend. Wir buddeln uns mit der Roboter-Lady Dorothy - auf der Suche nach dem vermissten Protagonisten des ersten Spiels - durch ein weitverzweigtes Erdreich und gebrauchen Spitzhacke und Bohrer, um Edelsteine und Diamanten zu sammeln. Die verschachern wir an der Oberfläche gegen Bares und investieren wiederum in reichlich Upgrades. Die machen nicht nur unseren Rucksack fetter (und erhöhen somit die Traglast), sondern auch die Ausgrabungswerkzeuge können vielstufig verbessert, oder völlig neue angeschafft werden. Zu guter Letzt warten neben vielen weiteren nützlichen Sachen auch spezielle freischaltbare Fertigkeiten, die Dorothy robuster, schneller und sogar durch die Luft befördern können. Selbst nach den zehn bis fünfzehn Spielstunden, die Steamworld Dig 2 bis zu seinem Abspann benötigt, werdet ihr noch heißhungrig auf nicht ganz vollzogene Perks schielen. Und immer wieder abseits eures Weges nach wertvollem Klunker suchen. Das macht süchtig!

Auch wenn von einigen Reviews dem Spiel ein Metroidvania-mäßiges Gameplay bescheinigt wurde: lasst euch nicht falsch bequatschen. Denn nur nach dem durchspielen weiß man: Es gibt gerade einmal zwei Stellen im gesamten Spiel, die ein wenig Backtracking erfordern, und in denen plötzlich Items einen Zugang zu einem bereits besuchten Ort ermöglichen, der vorher nicht passierbar war. Also kaum der Rede wert, und keinem echten Metroid-mäßigen Spiel auch nur im Ansatz ebenbürtig. Steamworld Dig 2 setzt vielmehr auf handgemachte, nahezu linear zu besuchende Abschnitte im Spiel, die die Story vorantreiben. Nur alternativ kann man sich der hemmungslosen Ausgrabung nach wertvollen Glitzersteinchen hingeben oder kleinere Rätsel-Höhlen besuchen. Dank Automap und ausreichenden Hinweisen kommen wir hier aber nie in Verlegenheit, nicht zu wissen, wo wir denn nun als nächstes hinmüssen. Die zufallsgenerierten Stages aus dem ersten Teil sind hier wunderbar designten Abschnitten gewichen, die mit Köpfchen und Geschick zu meistern sind. Das allein - diese permanent durchschimmernde Liebe zum Detail in Sachen Spieldesign - macht den Nachfolger schon um einiges besser. Die Dialoge sind witzig, die Steuerung ist wie gewohnt präzise. Sogar die stimmungsvolle Musik und die bunte Grafik sind über jeden Zweifel erhaben.

FAZIT:

Fans des Vorgängers kommen gar nicht drumherum, sich auch den Nachfolger zu holen. In allen Bereichen wird hier eine Schippe draufgelegt, sodass ich nach knappen fünzehn Spielstunden dann doch leise seufzend "Wie? Schon zu Ende?" murmelte. Das offene Ende legt allerdings offen: es wird noch einen dritten Teil geben. Und Steamworld Dig wird dann hoffentlich als Indie-Trilogie in die Geschichte eingehen, dass sich kontinuierlich verbessert hat. Von dem "netten" ersten Teil hin zu einem berauschenden Nachfolger bis hin zum dann hoffentlich epochalen Finale. Schauen wir mal. Bis dahin sei jedem SteamWorld Dig 2 ans Herz gelegt, der etwas mit Plattformern anfangen kann, von (allesamt lösbaren) Rätseleinlagen nicht überfordert werden will und schon anno dazumal Boulder Dash echt genial fand. Ein Pflichtkauf für jeden 3DS-Besitzer.

Wertung: 9 / 10

Trailer:

Samstag, 6. Januar 2018

Retrogaming-Highlights (und die Enttäuschungen) 2017

Auf Wiederschüss, 2017! Und? Wie war's? Spiele-technisch liegt ein großartiges Jahr hinter uns, oder nicht? Einmal mehr sind überproportional viele spielenswerte Sachen veröffentlicht worden ... mehr, als man das ganze Jahr überhaupt daddeln könnte. Da sind garantiert die einen oder anderen Games dabei, die erst viele, viele Jahre später mal angegangen werden - und dann vielleicht selbst schon der Gattung "Vintage" angehören. 2017 war aber auch das Jahr für mich, in dem ich erstaunlich viele alte Sachen hervorgekramt habe. Da muss so manches nagelneue Spiele eben hintenanstehen, wenn eine  spannende Geschichtsstunde beginnt. Im Gegensatz zu den letzten Jahren gibt es dieses Mal gleich eine Top 10 der besten alten Spiele. Während ich mich bei dem heraussuchen der Flop 4 schon ein wenig schwer tat. Viele grottig-schlechte Sachen waren halt einfach nicht dabei. Da in dieser Liste jährlich immer nur Spiele auftauchen, die ich vorher noch gar nicht kannte (oder zumindest nicht lange genug gespielt habe, um mir da eine fundierte Meinung drüber zu bilden) ist die Auswahl jedes Mal beschränkt. Mit Platz 4 in der Flop-Liste kann ich mich zum Beispiel selbst kaum abfinden. Das Teil ist viel zu gut, um dort zu landen! Aber hier geht's schließlich auch um Enttäuschungen. Um Erwartungshaltungen, die nicht erfüllt wurden.

Wie immer findet ihr an dieser Stelle, unter dem Spiele-Titel verborgen, einen Link zur grandiosen Seite Kultboy Dot Com, wo ihr neben weiteren Infos und eingescannten Testberichten zu den Games, auch immer lesenswerte Kommentare erspähen könnt. Da ich mich dort bei vielen der genannten Titel schon ausgiebig ausgelassen habe, fasse ich mich mit meinem jeweiligen Spiele-Fazit hier und heuer kurz. Ein Klick lohnt sich also, wenn ihr noch viel mehr über das Spiel erfahren wollt.

2018 will ich unbedingt noch einmal in The Legend Of Zelda - A Link To The Past versinken. Mein letztes durchspielen reicht bis in die neunziger Jahre zurück - und, dass wisst ihr wahrscheinlich selbst, nach so vielen Jahren fühlen sich selbst alte, bekannte Sachen frisch und Neu an, weil man viele Dialoge/Quests/Dungeons/Szenen nach so langer Zeit bereits wieder vergessen hat. Oder sich höchstenfalls noch vage daran erinnert, wenn sie auf dem Bildschirm aufploppen. Fest eingeplant ist auch Demon's Crest (Das ist quasi Gargoyle's Quest III). Das werde ich wohl nicht mit gedrosselten Erwartungshaltungen angehen können, denn der erste Teil der Serie ist tief verwurzelt mit meiner Jugend. Aber ich werd' mich dem trotzdem stellen - und auf das Beste hoffen. Ansonsten: ich lasse mich 2018 genau wie das vergangene Jahr einfach mal überraschen, was so meinen Weg kreuzt.

Auch euch wünsche ich viel Spaß mit dem alten, charmanten Kram, den ihr anno 2018 so wiederentdecken wollt. Enjoy! <3



Aufbau: Platzierung / Titel + Link des Spiels / auf welchem System gespielt / Kommentar



Flop 4:



(4.) Gargoyle's Quest II - System: NES

Bei einem guten Spiel wie Gargoyle's Quest II von einem Flop zu sprechen ist schon SEHR gewagt. Das hab ich auch bei meinem Spiele-Tagebuch auf Kultboy versucht zu erklären, dass es hier allein um eine viel zu hohe Erwartungshaltung ging, die ich mit dem Titel verknüpft hatte. Capcom bieten hier wenig Neues, recyceln mir ein wenig zu sehr. Gut ist es am Ende doch.  Und gehört trotzdem für mich auf Platz 4 meiner diesjährigen Flops. Verrückte Welt. :P


(3.) Altered Beast - System: Sega Mega Drive

Altered Beast gehörte für mich schon zu Amiga-Zeiten zu den Gurken. 2017 wagte ich mich endlich mal an die ursprüngliche Mega Drive-Version und ... es ist immer noch Käse! Mut wird halt doch nicht immer belohnt. Vielleicht sieht es auf der Sega-Konsole ein wenig besser aus - vielleicht klingt es auch ein wenig besser. Geschmackssache. Spielerisch ist es aber immer noch ziemlicher Mumpitz.





(2.) Galaxy Force II - System: Arcade

Was für ein Grafikblender! Nein, wirklich. Für ein 1988er-Titel sieht es exzellent aus. Der 3D-Effekt kommt selbst heute noch verdammt gut rüber. Aber das Spiel hat ungefähr so viel Substanz wie jede Moorhuhn-Ballerei - und ich musste mich schon zwanghaft wachhalten, um das Ende vom Spiel zu sehen.







(1.) Maze Walker - System: Sega Master System

Zzzzz...

















Top 10:



(10.) Gunstar Heroes - System: SNES

Wurde auch Zeit, dass ich dieses viel gelobte Run 'n Gun endlich einmal nachhole. Enttäuscht wurde ich nicht: es feuert aus allen Rohren, bietet ein audiovisuell stimmiges drumherum und macht (wenigstens für ein paar Stündchen) ordentlich Laune.









(9.) Kirby's Block Ball - System: Game Boy

Für einen ordentlich gemachten Arkanoid/Breakout-Klon bin ich immer zu haben. Erstaunlicherweise stolpere ich gerade auf dem Game Boy über einen echt spaßigen Vertreter, der mich viele Tage lang nicht mehr loslässt. Sagenhaft simpel - aber auch sagenhaft gut. Hal Laboratories haben es einfach drauf.









(8.) Streets Of Rage II - System: Sega Mega Drive

Klar, Änderungen gegenüber dem Vorgänger gibt es hier nur im Detail. Aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass sich Streets Of Rage II einfach gut spielt. Ich hatte jedenfalls ordentlich viel Spaß damit, Mr.X eins auf die Mütze zu geben. Irgendwann werde ich auch mal den dritten Teil angehen. Bis dahin bleibt das zweite Streets Of Rage die dezent bessere Alternative zum Vorgänger. Aber, hey: egal, welches von beiden man angeht: Langeweile kommt da nicht auf.




(7.) Puyo Puyo 2 - System: Arcade

Der Link unter dem Titel führt euch nach Sega's Columns, da diese Retrogaming-Seite namens Kultboy Puyo Puyo 2 überhaupt nicht in der Datenbank führt. Aber, nun ja, ich hätte auch genau so gut Dr.Mario nehmen können. Falls ihr eines der Spiele kennen solltet, dann kennt ihr auch das schwierig auszusprechende Puyo Puyo 2. Bis auf den interessanten Fakt, dass ihr in diesem Automatenspiel gegen schlau agierende Computergegner antretet, bleibt spielerisch alles altbekannt. Aber auch hier total süchtig machend!




(6.) Power Drift - System: Arcade

Höllisch schwierig - aber auch höllisch geil. Power Drift ist in der Automaten-Version fast schon ein anderes Spiel. Und zwar ein viel besseres als noch die C64-Version von anno damals. Der 3D-Effekt kommt tatsächlich auch noch Jahrzehnte später verdammt gut rüber. Und in welchem alten Spiel kann man denn schon mit Irokesen-Fetischist Harald Fränkel am Steuer sitzen? Eben. Genial.









(5.) Fantasy Zone II - System: Sega Master System

Mein Ballergame des Jahres ist an zuckersüßer Niedlichkeit kaum zu überbieten. Da kann man spontan Karies von bekommen! Aber spielerisch ist dieser Mix aus Defender und Nemesis mit seinen verwirrenden Warp-Toren ein richtiggehend süchtig machendes, kleines Juwel. Hätte ich wirklich nicht erwartet...









(4.) Blaster Master (Zero) - System: 3DS

Das Spiel nimmt hier eine totale Sonderstellung ein. Obwohl es ursprünglich 1991 das Licht der Welt erblickt, lernen es viele Spieler erst 2017 kennen, als es unter dem Namen Blaster Master Zero auf 3DS und Switch neu veröffentlicht wird. Ich ebenfalls - und bin ganz schön hin und weg. Diesen Action-Plattformer werde ich sicher noch lange im Gedächtnis behalten, so gut war er. Eine Besprechung zu dem Titel hatte ich hier drüben hinterlassen. Ein pixeliger Hochgenuss.






(3.) Dragon Quest VIII - System: 3DS

Dragon Quest 8 erschien 2004 in Japan. Und ist somit nur mit einem zugedrückten Auge in meinen Retrogaming-Highlights vertreten. Aber 13 Jahre ist ja immerhin auch ein ordentlicher Batzen an vergangen Tagen. DQ 8 ist ein verdammtes Epos, dass jeder Rollenspiel-Liebhaber gespielt haben muss. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob es unter den (mittlerweile) zehn Spielen das Beste ist. Aber das wäre ein Streit, der nicht in Blutvergießen ausarten würde.






(2.) Breath of Fire II - System: SNES

Nachdem mich der erste Teil so derbe enttäuscht hat, hatte ich wenig Erwartungen an Teil 2. Aber Capcom sollten mich eines besseren belehren, und zaubern mit BOF2 einen intensiven JRPG-Trip aus dem Hut. Hier stimmt fast alles - man muss schon ein wenig mit der Lupe suchen, um hier ein paar Spielspaß-Schnitzer zu finden. Es wirkt ausgewogen und durchdacht. Und im Direktvergleich mit Teil 1 hat man an den richtigen Schrauben gedreht.





(1.) Earthbound - System: SNES

Kein altes Spiel hat mich 2017 mehr fasziniert und gefesselt als dieses kindlich wirkende Earthbound. Dass ich aus genau diesem Grund bisher ignoriert hatte. Die Dialoge und der Humor sind großartig, die Kämpfe packend - und wie das Spiel mit allen möglichen JRPG-Traditionen und Konventionen bricht (und sie auf die Schippe nimmt), ist einfach nicht von diesem Planeten. Ein ganz außergewöhnliches Spiel!








Noch mehr Highlights findet ihr hier (bin dort als "SaRaHk" vertreten): http://www.gamersglobal.de/text-gallery/139581/community-projekt-teil-34-user-highlights-des-spielejahres-2017-galerie

Auch die Enttäuschungen dürfen natürlich nicht fehlen: http://www.gamersglobal.de/text-gallery/139514/community-projekt-teil-24-user-enttaeuschungen-des-spielejahres-2017-galerie

Mittwoch, 3. Januar 2018

3DS-Review: 80's Overdrive - Möchtegern-Out Run anno 2017

Titel: 80´s Overdrive
Genre: Rennspiel
Hersteller: Insane Code
eShop-Link
Preis: 9,99 Euro




Der Spruch "Früher war alles besser" ist nicht nur abgedroschen, sondern schlicht unwahr. Im Falle von 80's Overdrive darf man ihn aber gerne mal wieder aus der Mottenkiste hervorkramen.

Ein De Loan auf Tour. Ohne Marty McFly.
Spontankäufe sind immer so eine Sache. Zum einen lässt man sich damit auf etwas völlig Unbekanntes ein - ein paar Screenshots und ein kurzer Trailer müssen genügen, bevor der Kauf-Button neugierig gedrückt, oder die Spieleverpackung mit zur Kasse geschleift wird. Irgendwelche Rezensionen ignorierend, bleibt es eine reine Überraschung. Manchmal positiv, manchmal negativ. Im Falle von 80's Overdrive wird einem schon nach wenigen Minuten klar, dass die zehn Euronen hier nicht besonders gut investiert sind. Für ein Spiel, dass sich als Reminiszenz an Out Run verstanden wissen will, kommt es unheimlich behäbig um die Ecke gefahren. Trotz der farbenprächtigen Grafik kratzt der Gemütszustand der ersten zwei Stunden Spielzeit dezent an den unbeliebten Status Langeweile, da wir mit einer lahmen Karre in den Karrieremodus starten müssen. Ohne Alternative. Denn in den Time Attack-Modus setzen wir unser Popöchen nur in Karren, die wir in der Karriere bereits hochgetunt haben. Da wir im Time-Attack innerhalb eines Zeitlimits den nächsten Checkpoint erreichen müssen, sehen wir dort somit anfangs überhaupt kein Land. Also Augen zu - und durch die Kampagne. Dort finden wir uns mit einer Steuerung ab, die sich zu keiner Zeit richtig gut anfühlt. Kein Vergleich zu einem uralten Out Run oder dem altehrwürdigen Lotus Esprit Turbo Challenge. Erst nach und nach motzen wir unseren Boliden auf - und durch gewonnene Geschwindigkeit und Anspruch in der Kurvenlage steigt dann auch der Fahrspaß ein wenig. Von den 36 Strecken, auf denen wir virtuelles Geld durch gute Platzierungen sammeln, wirkt aber nur ein Bruchteil leidlich spannend designt. Immerhin: trotz langweiliger Strecken sind Wald, Wüste, Gebirge und Innenstadt ganz nett anzuschauen. Und auch wenn 80's Overdrive bei hohem Sprite-Aufkommen ein wenig in die Knie geht, kann es technisch soweit überzeugen.

Erwähnt werden muss unbedingt noch der beigefügte Level-Editor. Der gleicht allerdings einem Offenbarungseid und erklärt, warum die Strecken so generisch, so Ideenlos wirken. Hier betätigen wir nämlich lediglich ein paar Schieberegler für Streckenlänge, Hügel, Kurven und so weiter. Das zusammenstöpseln dauert nur wenige Sekunden - und plötzlich wird klar, warum dabei größtenteils wenig gehaltvolles bei rumkommt.

FAZIT:

Pitstop 2, die Lotus-Trilogie, Crazy Cars III, Jaguar XJ220, Out Run - die Liste der klassischen Pseudo-3D-Racer, gegen die ein 80`s Overdrive auch im Jahre 2017 wenig bis gar nicht anstinken kann, ließe sich beliebig fortsetzen. Nach rund zwei bis zweieinhalb Stunden Spielzeit - und eine zu drei Viertel fortgeschrittene Kampagne - wurde aus dem anfänglichen Gähn-Anfall immerhin noch ein durchschnittliches Spiel. Wer allerdings Vergleiche mit einigen (auch heute noch spaßigen) Klassikern ziehen kann, der wird sich wohl kaum mit 80's Overdrive zufrieden geben - es sei denn, man lässt sich blenden. Apropos Klassiker: Das gelungene 3D Out Run kostet im eShop übrigens nur die Hälfte. Die andere Hälfte von zehn Euronen könnte ein schlauer Mensch auch gut und gerne in das pfeilschnell-spaßige 3D Super Hang On investieren. Zwei fantastische Remakes (keine Emulation!) zum Preis eines ziemlich müden 80's Overdrive. Da kommt man ins Grübeln, oder?

Wertung: 4 / 10

Trailer:

Samstag, 30. Dezember 2017

Zuletzt gelesen: Retro Gamer 1/2018, GameStar Retro-Jahrbuch 1997




Retro Gamer 1/2018
Auch im fünften Jahr ihrer Existenz weigert sich die deutsche Retro Gamer stoisch, an ihrem bisherigen Konzept zu rütteln. Die AC/DC der klassischen Spielemagazine überraschen Quartal für Quartal höchstens damit, nicht zu überraschen. Das hat allerdings auch den expliziten Vorteil, dass dem geneigten Leser keine nennenswerten Neuerungen erwarten, die ihm vielleicht gar nicht schmecken - ältere Leser kann man somit schlecht verprellen. Auch die erste Ausgabe für das Jahr 2018 besteht (über den Daumen gepeilt) zu drei Viertel aus übersetzten Artikeln der englischen Retro Gamer. Hier werden Spiele verdammt großflächig vorgestellt. Virtua Fighter auf acht satten Seiten. Die Dizzi-Spiele werden auf genau so vielen umrissen. Und nur in den seltensten Fällen - in der vorliegenden Ausgabe etwa das Iso-Adventure Chimera - bekommen wir gerade mal eine Doppelseite kredenzt. Die vorgestellten Spiele sind dabei in Sachen Genre und System schön breit gefächert - denn anders als das Cover es suggeriert, finden hier nicht nur die üblichen populären C64- und Amiga-Spiele statt, sondern es gibt immer ein buntes Potpourri, bei denen auch zwischendurch kleinere Kuriositäten an den Start gehen. Bei der Gamer ist der Name Progamm: Selbst bei den dezent eingestreuten Hardware-Artikeln liegt der Fokus immer auf den Spielen, die das jeweilige System hervorgebracht hat. In dieser Hinsicht bleibt sich die Retro Gamer ebenfalls treu. Auch wenn man die Neuerungen schon ein wenig mit der Lupe suchen muss, so gab es sie in letzter Zeit dennoch. Zum einen stellt Winnie Forster in der Rubrik Full Set Sachen vor, dass sich seiner Einschätzung nach zu sammeln lohnt. In der 1/2018 geht er beispielsweise auf die großen Boxen für das SNES ein (u.a.: Mario Paint, Super Metroid, Secret Of Mana), während in der Vergangenheit auch gerne mal die Mega Man-Spiele aufgelistet wurden (wenn hier auch letzten Endes die 16-Bit Vertreter ignoriert wurden). Für die Zukunft bietet diese Rubrik noch genug Stoff, aus dem der Autor schöpfen könnte. Das gilt ebenso für die zweite neue Rubrik namens Homebrew. Seit ein paar Ausgaben werden dort neue Spiele für alte Systeme beleuchtet. Macht Sinn und passt auch wunderbar ins Konzept des Magazins. Die Papierqualität ist auch im Jahr 2017 immer noch konstant gut - der quasi-Katalog (169 Seiten!) macht sich wunderbar im Regal. Selbst hochkant. Aber nicht nur wegen des Themengebiets bleibt dieses Magazin etwas für Liebhaber: der Preis dürfte mit seinen satten 12,90,- nicht jeden dazu bewegen, es völlig spontan aus dem Zeitschriftenladen mitzunehmen. Spaß macht die Retro Gamer in ihrer jetzigen Form aber durchaus, weswegen ich ein reinblättern durchaus mal empfehlen kann.

GameStar Retro-Jahrbuch 1997
Die GameStar hat vor kurzem ihren zwanzigsten Geburtstag gefeiert. Passend zum Jubiläum ist da vor wenigen Wochen ein Retro-Jahrbuch erschienen, dass einen Überblick des Jahrgangs 1997 bei den PC-Spielen anbietet. Von den insgesamt 148 Seiten werden auf rund 100 Seiten ausschließlich ältere Spiele besprochen - alles in einem schicken Layout verfrachtet. Dort finden dann große Namen statt, wie zum Beispiel Dungeon Keeper, Baphomet's Fluch 2, Incubation oder auch Fallout. Ganz besonders fällt dabei die sehr gute Schreibe von Martin Deppe auf, der als Projektleiter dieses Sonderhefts auch gleich das Gros der Artikel in die Tasten gewuchtet hat. Zwei Dekaden sind dabei durchaus amtlich und völlig legitim, um das Ganze über den Begriff "Retro-Jahrbuch" zu verkaufen. Mal von den vorgestellten Spielen abgesehen, bietet das Heft aber auch einen interessanten Magazin-Teil. Die Publikation mit dem weißen Stern auf blauen Grund (oder auch gerne mal umgekehrt) feiert sich dabei ein wenig ungeniert selbst - solange dabei aber ein paar interessante Internas herauskommen, kann uns das nur recht sein. 20 Jahre GameStar/GameStar Inside oder auch die interessante Rubrik GameStarter - was machen die Redakteure von einst heute so? - runden den eigentlichen Fokus auf die Spiele ordentlich ab. Sogar die Konkurrenzblätter aus dem Jahre 1997 werden im Magazin-Teil kurz beleuchtet. Was sich auch nur jemand erlauben kann, der heutzutage mit ordentlich Selbstbewusstsein auftritt. Mit 8,99,- Euro ist das Heft eine echt runde Sache geworden, die ordentlich Lesespaß bietet und natürlich insbesondere der PC-Spiele-Fraktion empfohlen ist. Allein: die Papierqualität ist nur durchschnittlich. Bei so einem Sonderfall von einem Magazin hat man doch immer gerne etwas fühlbar wertiges in den Flossen. Es bleibt abzuwarten, ob das Retro-Jahrbuch 1997 in den kommenden Jahren zu einer Art Serie reift, und in - vielleicht jährlichen - Abständen die PC-Jahre 1998, 1999 und 2000 beleuchtet werden. Mit genügend Abstand zwischen den Veröffentlichungen solcher möglichen Sonderhefte, und den richtigen Redakteuren an Bord, wüsste ich wirklich nicht, was dagegen spricht. Daumen hoch für das Retro-Jahrbuch 1997.

Freitag, 1. Dezember 2017

3DS-Check 12/2017 - Von Mario & Luigi Superstar Saga bis Cursed Castilla


Mario & Luigi Superstar Saga
Asche über mein Haupt: die Mario-RPGs habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt. Der Quasi-Einstand war für mich das äußerst gelungene Partners in Time auf dem NDS. Somit ist Mario & Luigi Superstar Saga (39.99,- Euro im eShop) erst mein zweites. Da es sich hierbei um ein Remake vom Game Boy Advance handelt, ist es also geradezu wie geschaffen für Leute mich, die diesen Titel anno 2003 verpasst haben. Die Superstar Saga dürfte keinen Fan enttäuschen und als Pflichtkauf für all diejenigen gelten, die Lust auf ein weiteres (rund zwanzig Stunden anhaltendes) Abenteuer mit dem Klempner haben. Dennoch: In der ersten Liga empfinde ich die Superstar Saga nicht. Im Direktvergleich mit Partners in Time fällt auf, dass der Humor nicht mehr so knallhart zündet, die Kämpfe längst nicht so spannend ausfallen und die Story noch ein Stück weit belangloser ist. Dasselbe gilt für die eingestreuten Rätsel, die Qualität der Dungeons und Dialoge. All das ist aber dennoch meckern auf echt hohem Niveau. Fast noch mehr Zeit als das eigentliche Hauptspiel hat mich das Taktik-Gewusel Bowsers Schergen gekostet. Das sollte ganz besonders Fans von Tower Defense-Spielen so einige Stunden Schlaf kosten und ist ein vollwertiges "Spiel im Spiel", dass sich nach ein paar Stunden Progression im RPG freischaltet. Nintendo hätte es auskoppeln und zusätzlich separat im eShop anbieten sollen. Wertung: 7 / 10



Cursed Castilla
Cursed Castilla (11,99,- Euro im eShop) gibt es bereits seit 2012 unter dem Namen Maldita Castilla u.a. in Form von Freeware für Windows-Rechner. Also völlig kostenlos. Da muten die verlangten 12 Euronen für die 3DS-Version geradezu unverschämt an - Konvertierungsarbeit hin oder her. Allerdings: nur auf den ersten Blick. Denn Cursed Castilla ist die - um einige Stages und Bosskämpfe (und demnach auch neue Grafiken und Musikstücke) - prächtig erweiterte Version. Das ohnehin verdammt gute Original wurde hier noch einmal kräftig aufgewertet. Fans von Ghosts 'n Goblins (und noch viel mehr dem Nachfolger Ghouls 'n Ghosts, denn da gibt es viel mehr Parallelen) fühlen sich hier sofort heimisch, denn die Hommage um Ritter Don schlägt nicht nur spielerisch in die gleiche Kerbe wie der Capcom-Klassiker, sondern ist auch qualitativ voll auf Augenhöhe. Die etwas mageren zwei bis zweienhalb Stunden Spielzeit macht das Spiel dadurch wieder wett, weil es in einem zweiten oder dritten Durchlauf durchaus einige Geheimnisse und Bonus-Stages zu entdecken gibt. Der Schwierigkeitsgrad ist knackig, bietet einige zähneknirschende Trial & Error-Passagen, ohne aber jemals höllisch frustrierend zu werden. Exzellentes Leveldesign, fantastische Musik und die generelle Liebe zum Detail, die in dieses Spiel geflossen ist, lassen einem aber bis zum Schluss durchhalten. Klare Sache: das Spiel ist wie prädestiniert für ein Handheld und eine Mordsgaudi. Wertung: 8 / 10


Kidd Tripp
Das One-Button-Game Kid Tripp (3,99,- Euro im eShop) ist mal wieder eines dieser vielen Spontankäufe aus dem eShop. Und das, obwohl ich auf diese Auto-Runner im Grunde nicht besonders stehe. Auf den ersten Blick wirkte es aber ziemlich charmant. Ganz im Fahrwasser von Super Mario Run für iOS/Android klappert unser Protagonist hier ganz automatisch die Landschaft ab, während wir darauf beschränkt sind, im richtigen Moment zu springen und Münzen einzusammeln. Das klingt definitv leichter, als es ist, denn die Levels werden im Lauf der Zeit ziemlich knackig. Für den unkomplizierten Jump'n'Run-Happen zwischendruch eignet sich Kid Tripp sicherlich ganz gut. Spielerische Tiefe darf man hier allerdings nicht erwarten. Wertung: 4 / 10


Crimson Shroud
Erstaunlich, dieses Crimson Shroud (7,99,- Euro im eShop)! Jedenfalls audiovisuell. Neben dem richtig gelungenen Soundtrack setzt dieses Rollenspiel auf einen interessanten (Brettspiel-)Look, der die statischen, völlig unanimierten Figuren, Gegner und Szenarien aus unterschiedlichsten Winkeln zeigt. Quasi ein Tabletop mit digitalen Figürchen. Das entwickelt mit der Zeit eine sehr eigenwillige Atmosphäre. Wenn man es schafft, sich darauf einzulassen. Spielerisch kann Crimson Shroud diesen optisch-innovativen und akustisch-motivierenden Bonus aber leider nicht so ganz für sich verbuchen. Denn es setzt nicht nur auf Glück beim Würfeln während der Kämpfe, sondern auch auf Glück bei der Beute, die vermöbelte Gegner zufällig fallen lassen. Nur Ausrüstungsgegenstände definieren die Stärke der Heldentruppe, ein aufleveln findet nicht statt - so geraten wir schnell in den Grind-Modus und hoffen, dass Monster und Mutanten besseres Zeugs abwerfen. Dazu kommt echt nervendes Backtracking und nicht immer ganz schlüssige Mini-Rätsel. Auf der Habenseite steht dafür aber auch die verdammt klug geschriebene Story. Ein zweischneidiges Schwert also. Antesten lohnt sich ganz sicher. Blind zu empfehlen ist das Level 5-Spiel aber ganz sicher nicht. Wertung: 6 / 10



Nano Assault Ex
Nano Assault Ex (9,99,- Euro im eShop) sieht zuvorderst wahnsinnig gut aus. Der 3D-Effekt der gekrümmten Planetenoberflächen in den futuristisch anmutenden Levels kommt sehr gut rüber. Spielerisch bietet es solide Twinstick-Shooter-Action, von der niemand enttäuscht werden sollte, der bei simplifizierten Ballergames nicht gleich Schnupfen bekommt. Dabei profitiert das Spiel sehr von dem zweiten Analogstick des New 3DS, lässt sich aber auch mit einem normalen 3DS einigermaßen gut steuern. In den rund vier Stunden Spielzeit lässt Nano Assault Ex ein wenig Dynamik bei den Levelaufbauten vermissen - und ein etwas ausgefeilteres Waffen-Upgrade-System wäre hier auch wünschenswert gewesen. Auch das Balancing wirkt nicht vollkommen ausgefeilt: so schafft es der Shooter hier irgendwie, im Laufe des Spiels etwas einfacher zu werden, anstatt den Schwierigkeitsgrad anzuziehen. Aber dennoch: mit dem Kauf sind ein paar vergnügte Stunden für Genre-Fans garantiert. Tipp: für registrierte Benutzer auf mynintendo.com gibt es das Spiel derzeit kostenlos (gegen ein paar gesammelte Goldmünzen). Wertung: 7 / 10



Retro City Rampage DX
Na, GTA 5 schon mehrmals durchgenudelt? Auf unzähligen Systemen wartet da immer noch eine pixelige Alternative auf euch, falls ihr Nachschub benötigt. Auch die 3DS-Version von Retro City Rampage DX (8,99,- Euro im EShop) kann sich sehen und hören lassen. Dank unzähliger gelungener Farbfilter (der C64 ist sehr gelungen, mit seinen dezent-bescheiden-matten Farben), exzellenter Chipmucke und tonnenweise Anspielungen auf alte Filme und Spiele der 80er und 90er Jahre, bietet Retro City Rampage nahezu schon einen Retro-Overkill. Allein der Bildschirmausschnitt ist auf dem 3DS ein wenig kleiner geraten, bietet aber immer noch genug Übersicht, um der teilweise brachialen Action auf dem kleinen Bildschirm Herr zu werden. Die Missionen sind - wie beim großen Vorbild auch - sehr abwechslungsreich. Und auch in diesem 8-Bit-GTA bietet einem die frei erkundbare Stadt eine Fülle an Mini-Spielen oder die Freiheit, einfach ein paar Passanten umzufahren, während das Radio stilecht mit uralter Computerspiel-Mucke vor sich hin plärrt. Ein Spiel, in das man sich verlieben und viele Wochen drin verbringen kann. Aber selbst beim stringenten abarbeiten der Kampagne sind hier so einige unterhaltsame Stunden garantiert. Versprochen. Wertung: 9 / 10



Samstag, 4. November 2017

Was kommt? Was geht? Die Zukunft dieses kleinen Blogs

In Zeiten, wo anscheinend jedermann sich dazu genötigt fühlt, via Patreon um euer Geld zu betteln, ist kostenloser Content umso wertvoller. Gilt zwar nicht wirklich für diesen blöden Blog hier - aber der Blickwinkel eines "sharing" unserer nach wie vor starken Games-Community darf an dieser Stelle einfach nicht unerwähnt bleiben. Kultboy Dot Com? Für umme. Geile Mucke in konservierter Form oder gleich via Radio? Kostet nix. Spiele, YouTube-Videos, Podcasts, Artikel - keiner von uns hat ein solches zeitliches Polster und kann all das mit der nötigen Aufmerksamkeit sehen, hören, lesen oder spielen, so dermaßen viel völlig kostenloser Inhalt erscheint Tag für Tag im WWW. Inhalte, die sogar meistens mit denjenigen mithalten können, die schamlos in eure Brieftasche schielen.  Das Problem an der Sache: der unkommerzielle Aspekt führt dazu, dass die Betreiber der Seiten - die Ersteller von Video-Content oder der Schreiberling eines netten Blogs - keinen Ertrag für anfallende Arbeit enthält. Nicht nur nebenbei muss richtig gearbeitet werden. Die ohnehin rare Freizeit geht nicht nur für Familie, Freunde und sonstigen Real Life-Shit drauf - sondern im Kontext der Spiele will man ja auch irgendwie Zeit finden ... zum spielen.

Was mich dann zur Zukunft dieses kleinen Blogs bringt. Gerade erst habe ich Mario & Luigi Superstar Saga auf dem 3DS beendet. Das neue Metroid - Samus Returns liegt gar schon zwei Wochen zurück - und ich bin trotzdem immer noch nicht dazu gekommen, etwas darüber zu schreiben. Vorige Tage hatte ich nach stundenlangen Spaß so eben noch Zeit und Muße gefunden einen Kommentar zum knuffigen Kirby's Block Ball zu hinterlassen (und zwar hier drüben), während ich die "Top 5 der heißestens Spieleredakteure Deutschlands 2017" schon unlängst auf Anfang nächsten Jahres verschoben habe. Der nächste 3DS-Check kommt hoffentlich noch diesen Monat - er sollte bereits vor zwei Monaten erscheinen, aber der Artikel ist erst zur Hälfte geschrieben. Obwohl die vorgestellten Spiele unlängst gespielt sind. Derweil erscheint heute oder morgen aber schon einmal der erste Teil eines neuen Kultboy-Tagebuchs (das ebenfalls schon vier bis acht Wochen in Planung ist), was meinen Fokus dann wieder für mindestens ein paar Tage von allem anderen Kram fernhält (Bei Interesse: es wird Gargoyles Quest 2 werden, hier drüben in den Kommentaren). Ende 2017 sollte Kultboy - Das RPG endlich fertig werden, aber auch das schaffe ich zeitlich einfach nicht mehr  - und wurde ebenfalls nach 2018 verschoben. Immerhin ... das Spiel ist zu 15 bis 20% fertiggestellt. Nach rund 70 investierten Arbeitsstunden kann ich mir somit recht gut ausmalen, wieviel Zeit ich noch insgesamt in das Projekt stecken muss. Apropos Projekt: Auch die Amiga Future war und ist immer schon so eine Art Gemeinschaftsprojekt gewesen. Und es tut mir fast schon im Herzen weh, dass ich dort im Moment weder die News-Sektion noch das Heft an sich irgendwie unterstützen könnte.

Ihr merkt also: Generell wünsche ich mir klammheimlich das dreifache an Freizeit und sechs bis acht Arme. Alternativ kann ich ja einfach mal ein Patreon-Konto eröffnen, und um Geld bitten, damit ich ... nee nee, vergesst es. Selbstachtung ist so mindestens das allerletzte, was ich verlieren werde.

Was kommt hier demnächst auf sarahkreuz78.blogspot.com?

Noch im November erscheint hier der vorerst letzte 3DS-Check. Das hat gleich mehrere Gründe. Zum einen ist die Luft beim 3DS ein wenig raus. Das merke ich an den Abrufzahlen, die seit diesem Jahr erstmals keine dreistelligen Zahlen mehr erreichen. Zum anderen erscheint ohnehin nicht mehr allzu viel im Indie-Sektor - besondere Spiele werde ich aber nach wie vor mit einem einzelnen Review betrachten. Nur halt nicht mehr in regelmäßigen Abständen und mit der gleichen Gewichtung wie bisher. Die Welt spielt Switch! Ich demnächst ebenfalls. Ob es dann den Switch-Check geben wird, weiß ich allerdings noch nicht.

Ebenfalls im November kommt hier noch ein zuletzt gelesen - im Blickpunkt diesmal das Retro-Jahrbuch 1997 von der GameStar.

Ende Dezember wird es dann mal wieder Zeit für eine Retrospektive. Zeit für die Retrogaming-Highlights 2017 - da ich bis dahin auch endlich mal Gargoyle's Quest 2 und Breath Of Fire 2 gespielt haben werde, bin ich mal gespannt, ob und wie die beiden Capcom-Titel dort ihren Platz einnehmen werden. So oder so: es gibt noch unendlich viele alte Spiele neu zu entdecken, die kommenden Jahre über. Ihr kennt das ja selbst. Abseits von neumodischen Scheiß-Trends wie Patreon-Bettelei und Loot-Boxen bleibt eben immer noch der Blick (und Griff) in die Vergangenheit. Spiele-Historie nachholen ... quasi.

Für den Januar/Februar 2018 ist auf diesem Blog dann die Top 5 der heißesten Spieleredakteure 2018 geplant. Es sind viele neue interessante Gesichter in den Print- und Onlinemedien vertreten - vier Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Da findet Evolution statt. Für die Augen. :)

Bis bald und schaut doch mal wieder vorbei,
Sarah K.