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Samstag, 31. Dezember 2016

3DS-Check 12/2016


Voluminös: 10-In-1-Arcade Collection
Über die Feiertage bin ich endlich mal dazu gekommen, mir ausführlich die 10-In-1 Arcade Collection anzuschauen (1,99,- Euro im eShop). Die wartet schon ein paar Jahre auf etwaige Käufer im eShop und ist derzeit (bis kurz nach Januar) sogar zum Schnäppchen von 0,99,- Euro zu haben. Klar, die zehn Spiele sind alles keine Originale. Wir haben hier u.a. einen prima Asteroids-Klon, ein Tribut an das altehrwürdige Space Invaders (mit einem Zauberer (?), der von unten das anrückende Gesocks zerschießt), eine nette Snake-Variante (bloß mit einem UFO, dass immer "länger" wird), einen eher mageren Breakout-Klon, einen guten Dr. Mario-ähnlichen-Puzzler oder auch ein ordentliches Sokoban-mäßiges Kistenschiebepuzzle. Auch der Rest ist Geschmackssache: zwei von zehn Spielen sagen mir überhaupt nicht zu. Einige empfinde ich als arg durchschnittlich. Aber im Grunde sollten für jeden hier wenigstens eins, zwei Spiele dabei sein, um die Zeit ein wenig totzuschlagen. Grafik und Sound - im Bitmap-Pixel-Look - sind allerdings eher nicht so gelungen und wirken alles andere als poliert. Dennoch: eine ordentliche Compilation, die für wenig Geld einen kleinen Batzen an gut spielbaren Mini-Games auf die Speicherkarte befördert. Wertung: 7 / 10



Quitschbunt: Fantasy Pirates
Noch so ein Mini-Spiel, diesmal in ziemlich hässlicher 3D-Optik; qualitativ irgendwo zwischen Playstation 1 und 2 verankert. In Fantasy Pirates (4,50,- Euro im eShop) umkreisen wir mit einem Piratenschiff eine Art Burg und ballern Wälle und Abwehrtürme nieder, um an die Schatztruhen zu kommen. Dabei versuchen uns heranrauschende, total absurd-kitschige Gegner wie Bleistiftanspitzer und Marienkäfer daran zu hindern. Via Touchscreen zielen wir, während unser Schiff mit dem digitalen Steuerkreuz das Hindernis umrunden, aber auch abtauchen und springen kann. Klappt eigentlich ganz gut. Ist aber auch nicht besonders schwierig, sodass geübte Spieler bereits nach gut einer Stunde Spielzeit sämtliche Level durchgeballert haben. Genauso bunt und quitschig wie das Spiel an sich sind die nervtötende Musik und die billigen Soundeffekte. Na ja. Für die zehn Minuten zwischendurch ist das ganz okay. Ich empfehle aber abzuwarten, bis Fantasy Pirates mal für unter einen Euro im Store auftaucht. Als Angebot ist es dort nämlich des Öfteren mal zu finden. Man kann aber auch einfach so Konsequent sein und strikt auf Durchschnitt verzichten. Schadet auch nicht. Wertung: 5 /10


Knüppelhart: Ambition Of The Slimes
Bereits Anfang Dezember stand bei mir Ambition Of The Slimes auf dem Plan (5,00,- Euro im eShop). Das hat die wirklich witzige Idee, dass wir in taktischen Gefechten Runde für Runde Schleime über die Vandal Hearts-mäßigen quadratischen Schlachtfelder bewegen. Verteidigende Kämpfer, Zauberer, Bogenschützen und Diebe werden übernommen, indem wir die Schleimpropfen nahe genug heranpirschen und im Körper der anvisierten Gegner verschwinden lassen. Daraufhin verursachen wir Raudau in deren eigenen Reihen. Klingt nach Spaß, oder? Das Spiel hat allerdings das Problem, dass es sich durch seinen viel zu heftigen Schwierigkeitsgrad kein bisschen dynamisch, sondern nur verdammt träge und extrem kopflastig spielen lässt. Ambition Of The Slimes verzeiht keinerlei Fehler und richtet sich an knallharte Rundentaktik-Profis. Wen das nicht zurückschrecken lässt, der kann ja mal einen Blick darauf werfen. Alle anderen sollten besser zu Mercenaries Saga 2 greifen (einen ausführlicheren Test hatte ich bereits hier hinterlassen). Das bietet mehr Story, ordentlich Loot und einen viel ausgewogeneren Schwierigkeitsgrad. Mit all dem kann das Schleim-Spiel hier nicht wirklich punkten. Wertung: 6 / 10



Grütze: Galaxy Blaster
Frisch im Dezember erschienen: Galaxy Blaster (1,49,- Euro im eShop). Besitzt nur einen Hauch von Grafik und satte drei Sekunden ätzende Musik, die dann in einer Dauerschleife vor sich hin onaniert. Aber, egal. Hauptsache das Spiel macht Spaß! Am unteren Rand bewegt sich unser (Breakout? Arkanoid?-) Schläger automatisch von links nach recht - und wieder zurück. Nonstop. Während von oben herab galaktische Alien-Spermien ins Bodenlose fallen. Wir müssen nun einfach zur richtigen Zeit den Touchscreen antippen, damit unser "Dingsbums" einen Schuss abgibt und die immer gleichbleibenden Gegner aufhält. Das war's. Spannung und Adrenalin pur ... Galaxy Blaster ist kaum fünf Minuten zu ertragen, weil man schon in den 80ern bessere Spiele im Public Domain-Pool gesichtet hat. Und selbst, wenn die eine oder andere Freeware-Gurke anno damals auf C64- und Amiga-Disketten zu finden war, so waren sie doch immerhin kostenlos und durch das Prädikat "Homemade - von Fans für Fans" geschützt. Es ist schon eine Frechheit, für so ein Machwerk wie Galaxy Blaster auch noch Geld zu verlangen. Ich will meine 1,50,- Euro zurück und werf sie dann im hohen Bogen über die Schulter. Dort ist die Knete besser aufgehoben. Wertung: 1 / 10


Verwinkelt: Picdun 2
Picdun 2 (4,99,- Euro im eShop) will, dass wir eine Karte - restlos bis auf den letzten Kachel - erkunden. Während wir dies bewerkstelligen, hauen wir in Echtzeit und semi-nervigen Zufallskämpfen absurden Monstern auf die Rübe und blocken ihre Schläge per Knopfdruck. Anpruchsvoll werden diese Kämpfe aber leider so gut wie nie. Schrittweise und in 90-Grad Drehungen erinnert das alles an selige Dungeon Master-Zeiten, ohne aber jemals dessen Spieltiefe zu erreichen. Denn im Grunde seines digitalen Herzens ist Picdun 2 ein Puzzler. Kein nennenswerter Loot, dafür aber mit einer blutleeren Story unbewaffnet. Mit albernen, auf sexy getrimmten Anime-Mädels, als Begleitung. Atmosphäre kommt da gar nicht auf. Zudem werden erst ab dem 20. Dungeon die Gehirnzellen ein wenig gefordert, wenn Teleportations- und Eisfelder auftauchen und wir uns mehr und mehr um Orientierung bemühen müssen. Ab da beginnt Picdun 2 dann auch tatsächlich ein wenig Spaß zu machen. Wenn ihr dem Spiel eine Chance geben wollt, seid also darauf gefasst, dass es erst verdammt spät in die Gänge kommt. Insgesamt: Nett. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wertung: 6 / 10




Mittwoch, 21. Dezember 2016

Zuletzt gelesen: M!Games (Maniac)



Lang, lang ist's her, als ich meine letzte M!Games gelesen habe. Wirklich lange: Anno damals wurde das Magazin noch unter dem Namen Maniac publiziert. Dabei hinterließ das Multiformat-Magazin durchaus keinen schlechten Eindruck - aber aus irgendeinem Grund widmete ich mich danach trotzdem anderen Blättern, um auf dem Laufenden zu bleiben. Wie beispielsweise der Games Aktuell. Die letzten drei Ausgaben der Mania...ähhh....M!Games landeten dagegen endlich mal wieder auf meinen Schreibtisch. 

Alter Kram neu vermarktet: Das Mini NES wird vorgestellt
Auf 100 Seiten präsentiert sich das Magazin von der Cybermedia Verlagsgesellschaft, und kostet dabei immerhin stolze 4,90,- Euro. Wie bei vielen Magazinen liegt der Fokus natürlich auf aktuelle Spieletests und Previews. Wobei die (in Zeiten des WWW eher unnützen) Vorschauberichte hier wieder einmal viel zu viel Platz einnehmen. Ganz so gravierend wie bei der Games Aktuell wird's hier aber nicht. Da die eigentliche Preview-Lesestrecke zwischendurch mal von Reportagen, Interviews und anderen Extras unterbrochen wird - nennt sich bei der M! Games "Extended" - wirkt das alles ein wenig bunt gemischter und eignet sich daher prima, wenn man das Heft chronologisch von vorn bis hinten durchliest. Die News punkten bei der M! Games zum einen mit einem aktuellen Datum: wann genau, an welchem Tag, ist wo etwas passiert/veröffentlicht? Ein Detail, dass auf total nerdige Art und Weise begeistert. Genauso wie das erwähnen von Spielen und Compilations, die nur im Ausland erschienen sind.

Bunt: Golden Axe in der Retrospektive-Rubrik

Wie hoch ist der Retrogaming-Anteil der M!Games? Nun, hin und wieder finden ältere Spiele natürlich Erwähnung. In der Titelstory der Oktober-Ausgabe namens "Alles Zombie!" sind unter den siebenundzwanzig vorgestellten Spielen - darunter natürlich aktuelle Games wie Resident Evil 7 oder Dead Rising 4 - auch ein paar Klassiker zu finden: Super Ghouls 'n Ghosts und das von Ubisoft 1986 veröffentlichte Zombi zum Bleistift. Nett. Eine monatliche Retrospektive-Rubrik gibt es aber ebenso. Immerhin auf vier vollen Seiten wird dort expressiv in der Vergangenheit geschwelgt. Viel Text gibt es dort dennoch nicht, da die Infos nur in den mageren Bildunterschriften verbraten werden. Eher selten schenkt man mal dem Merchandise ein paar Zeilen. Oder wirft kurz mit ein paar Info-Schnipsel über die Entwickler um sich. Das aufblähen von 2D-Hintergründen und Sprites kostet dem Artikel immens viel Platz, worunter dann der eigentliche Lesestoff zu leiden hat.

Akte BPJM: Lesenswerte Hintergründe
Apropos alter Kram: Auch die Artikel-Reihe "Akte BPJM" fischt oftmals unter den klassischen Spielen, um eines der Index-Spiele näher zu beleuchten. Mit welcher Begründung ist es aus dem Handel gezogen worden? Was meint die Redaktion dazu? Eine kleine, aber feine Rubrik in der M!Games, die Spaß macht und Wissenswertes liefert.

Nicht wirklich Meta, aber interessant: Japanische Erotik-Spiele im Fokus

Und noch mehr Retro: Seit der November-Ausgabe werden auch VR-Spiele ausführlich besprochen. Das nimmt das Magazin zum Anlass, die exotische J5A-Brille für die Playstation 2 vorzustellen. Die war damals nur in Japan erhältlich - und ist selbst dort nicht im regulären Handel aufgetaucht. Mit so kleinen Schmankerln überrascht das Magazin. Überhaupt: bei den Extended-Rubriken der M!Games findet sich immer wieder mal Stoff für Retro-Gamer. In dem Artikel "Polygon Power" rücken beispielsweise Spiele bis aus den achtziger Jahren ins Rampenlicht. In "Zu jung für Deutschland" werden teils auch alte Japano-Spiele erwähnt. Und wer noch mehr Pixel will: die DLC- und Download/Indie-Titel bekommen hier eine eigene Rubrik, abseits der ganzen AAA-Titel. Die obligatorische "Maniac vor 20 Jahren"-Rubrik widmet sich natürlich ebenfalls der Vergangenheit. Überraschenderweise...

Dürftig: eine Einzige "Leserseite"
Nicht alles weiß bei der M! Games zu gefallen. Die Interaktiv-Rubrik wird zum Beispiel auf Sparflamme betrieben. Das Magazin benutzt (wie viele andere auch) eine total altmodische und völlig undurchsichtige 100er-Wertung bei den Rezensionen. Der extrem nützliche Button bei den Spieletests, der die ungefähre Spieldauer angibt, taucht nicht immer auf (warum nicht?). Dazu kommt, dass große Reportagen, die die Meta-Ebene wenigstens ansatzweise streifen, genauso fehlen, wie meinungsstarke  Kolumnen der Redakteure. Beides wird schmerzlich vermisst und würde dem Magazin mehr Kontur verleihen.

Nun, am Ende bleibt ein fast fünf Euro teures Magazin, dass trotzdem sein Geld wert ist. Weil es sich mit seiner Schreibe, seiner Aufmachung und der Themenwahl geschickt zwischen die Stühle setzt - mittendrin und wie eine Mischung zwischen einem Teenie-Blättchen, wie die Bravo Screenfun eines war (deren Schreibe und Layout auf ein eher jüngeres Publikum zielte) und einem eher konservativen Online-Magazin wie GamersGlobal. Die Mania ...ähmmm... M!Games unterhält also vorzüglich, ohne zu sehr mit Wortakrobatik auf die Kacke zu hauen oder Pseudointellektuell ihre imaginäre Brille zu richten. Bei meinem wichtigsten Grund für den "Besuch" der letzten Monate, bleibt mir das Magazin aber trotzdem etwas schuldig. Denn ganz so freakig, anders als die Anderen und progressiv, als wie sie von vielen ihrer Leser immer dargestellt wird, ist sie dann doch nicht. Aber in Zukunft wird sie immerhin ein grundsolides Multiformat-Magazin sein, dass ich je nach Laune mal mit in den Einkaufskorb mit reinpacken kann. Hätte ich schon viel früher machen sollen, denn besser als die vergleichbaren Games Aktuell oder Computer Bild Spiele ist sie dann doch. 

Montag, 19. Dezember 2016

3DS-Check: Mercenaries Saga 2 - Auf den Spuren von Final Fantasy Tactics

Titel: Mercenaries Saga 2
Genre: S-RPG / Rundentaktik
Hersteller: Rideon Japan / Circle
eShop-Link
Preis: 4,99 Euro





Ein S-RPG ganz im Stile eines Final Fantasy Tactics, Vandal Hearts oder auch Ogre Battle für gerade mal den Preis einer Schachtel Zigaretten? Das kann doch nichts taugen! Nun, was die Zigaretten angeht: ja, vergesst es - Taugt nix. Erwiesenermaßen. In Sachen Mercenaries Saga 2 bekommen wir aber erstaunlich viel für erfreulich wenig Geld geboten.

In zweiunddreißig Kapitel begleiten wir Prinz Laz' Schicksal und schlüpfen in die Rolle seiner persönlichen Leibwächter. Dabei stellt sich schnell heraus, dass Schwertkämpfer Claude und seine Kumpels hart gefordert werden, um den Prinzen vor üblen Gesellen, Machenschaften, Intrigen, Verrat, und letztlich sogar vor dem Verlust seines zukünftigen Throns zu bewahren. Die Geschichte breitet sich dabei durch Zwischensequenzen aus, die vor - und nach - jedem Kampf automatisch abgespult werden. In den rund fünfzehn bis zwanzig Stunden Spielzeit gibt es lediglich zwei Situationen, wo wir aus einer Dialogbox in das Geschehen eingreifen dürfen. Und diese Entscheidungen sind noch nicht einmal besonders spielentscheidend. Nun, das macht nichts: Wer bereits das ähnlich linear ablaufende, altehrwürdige Vandal Hearts zu Playstation 1-Zeiten gespielt hat, der kennt bereits diesen ewig wiederkehrenden Ablauf von Zwischensequenz-Ausrüsten-Kämpfen-Zwischensequenz-Ausrüsten-Kämpfen und findet sich schnell damit ab. Auch wenn die Story hier kein emotionales Feuerwerk zündet, erfüllt sie ihren Zweck und schürt die Neugierde, zu wissen, wie es denn weitergeht. Außerdem ist die englische Übersetzung gelungen. Absolut keine Selbstverständlichkeit bei einer Portierung aus dem japanischen.

Die isometrischen Kämpfe sind in Mercenaries Saga 2 auf womöglich unbequeme Art und Weise altbacken. Oldschool-Spieler stört es nicht weiter, dass man sich Runde um Runde gemächlich  über die Landschaften bewegt. Und sich dabei durch - im Lauf des Spiels immer länger werdende - Untermenüs bewegen darf, um Zauber und Gegenstände zu aktivieren. Wir richten die Protagonisten zusätzlich nach jeder Bewegung aus, da hier erschütternde Schäden von hinten und von der Seite abzuwägen sind. Dynamisch ist das alles nicht. Sondern eher nur was für geduldige Taktiker. Während der Kämpfe hagelt es nicht nur Erfahrungspunkte, sondern auch Talentpunkte, die wir nach jedem Kampf in die Fertigkeiten unserer Recken pumpen. Magiebegabte spendieren wir bessere (möglicherweise flächendeckende) Angriffzauber. Dem Dieb bringen wir Buffs und hinterhältige Attacken bei. Die Heilerin lernt durch unsere spezifische Wahl, ob sie zusätzlich noch kleinere Angriffzauber meistert, oder ihren Fokus auf das versorgen der Wunden legt. Zusätzlich können wir alle zehn Level gegen einen kleinen Erfahrungspunkte-Obolus unsere Klasse wechseln. Dort werden dann zusätzliche Fertigkeiten freigeschaltet. Die Qual der Wahl!

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf: Der Shop bietet fast nach jedem Getümmel neue Ausrüstungsgegenstände, um die Truppe zu wappnen. Außerdem können wir auf dem Schlachtfeld erworbene Puzzle-Teile (meistens in Truhen versteckt) in wertvolle Items umtauschen - oder gleich Gegenstände synthetisieren lassen. Auf der normalen Schwierigkeitsstufe kann der "Free Battle"-Modus die meiste Zeit getrost ignoriert werden, da er eh nur dazu dient, ein paar lose Schlachten zu schlagen, um zusätzliche Erfahrung einzuheimsen. Da Mercenaries Saga 2 erst auf der harten Stufe verdammt unausbalanciert wirkt, dürfte dieser Modus dort aber höchst willkommen sein.

FAZIT:

Mercenaries Saga 2 bietet alle (süchtig machenden) Zutaten, um einen volle zwanzig Stunden bei der Stange zu halten. Klar, letzten Endes ist das hier nur was für Genre-Fans. Ich würde es niemandem empfehlen, der bisher noch keine Berührung mit einem S-RPG hatte. Dafür ist es einfach viel zu knochentrocken präsentiert. Dafür sind Grafik, Sound und Aufmachung viel zu spartanisch, um einen hinter dem Ofen hervorlocken zu können. Neueinsteiger greifen also besser - statt zu einem Low Budget-Klon - gleich zu den genannten Größen (Vandal Hearts eignet sich zum Beispiel prima zum reinschnuppern!). Wer aber bereits alles wichtige durchgespielt hat - oder generell kein Problem mit einem Spiel hat, das aus offensichtlichsten Gründen kostengünstig hergestellt wurde: hey, für den Preis einer Pizza kann man sich auch mal eines dieser Spiele aus dem eShop gönnen. In Relation zu einem Preis-Leistungs-Verhältnis gibt's deswegen abschließend die...

Wertung: 8 / 10

Trailer:

Samstag, 10. Dezember 2016

3DS-Check: Hyperlight Ex - Ram It Down!

Titel: Hyperlight Ex
Genre: Arcade / Geschicklichkeit
Hersteller: CatfishBlues Games
eShop-Link
Preis: 5,49 Euro




Nur auf den ersten Blick scheint das - frisch veröffentlichte - Hyperlight Ex ein Twin Stick-Shooter zu sein. Geballert wird hier, von unserer Seite aus, aber höchst selten. Nämlich nur für ein paar mickrige Sekunden, wenn wir ein entsprechendes Extra aufsammeln. Die meiste Zeit über rammen wir in diesem Spiel die Gegner mit aktivierbarer Lichtgeschwindigkeit zu Sternenstaub. Solange unsere "Faster Than Light"-Energieleiste noch was hergibt.

Neben feindlichen Standard-Schiffen setzen uns Geschütztürme, aggressive Drohnen, Deflektoren (die das eigene Raumschiff eine Weile unkontrolliert in eine Richtung befördern), als auch dicke Brummer zu, die eine Laserwand hinter sich herziehen - wie einst die ikonischen Lichträder aus Tron - und uns somit auf gefährliche Art und Weise den Platz rauben. Dazu kommen Gegner, die uns bei Kontakt die überlebenswichtige Energieleiste absaugen. Ist die verbraucht, können wir nicht mehr auf Kollisionskurs gehen. Abhilfe schaffen einige Extras, die immer wieder mal im Raum auftauchen und rechtzeitig aufgeklaubt werden wollen, bevor sie wieder verschwinden. Neben der wichtigen Energie für die Hyperlichtgeschwindigkeit sind das auch aktivierbare Suchraketen, Laserbarrieren, freundliche Dronen und Geschütztürme, aber auch nützliche Schilde und Bomben, die bei Kontakt hochgehen. Der Arcade-Modus von Hyperlight Ex bietet sechszehn Stages, verteilt auf vier Welten - dank einer gut funktionierenden Lernkurve können wir uns nach und nach mit immer neuen Hindernissen vertraut machen. Aber schon auf halbem Wege hat das Spiel den Status "bockschwer" erreicht. Spätestens die Endbosse einer jeden Welt können nicht ganz so versierte Spieler in die Verzweiflung treiben. Da sie zu mächtig sind, um mit bloßen Ramm-Attacken aus dem Weg geräumt zu werden, müssen sie mit Laserbarrieren kurzzeitig inaktiv geschaltet werden. Knifflig. Das Spiel schafft dabei allerdings das Kunststück, nie wirklich frustrieriend zu werden. Auch wenn's im späteren Verlauf schwierig wird, wirkt es stets machbar: Die Motivation, es ständig neu zu versuchen, ist permanent vorhanden.

Neben der Quasi-Kampagne wartet hier auch noch ein guter Endlos-Modus, der von Minute zu Minute seinen Schwierigkeitsgrad hochschraubt. Oder ihr versucht euch gleich an "Panic": Dabei steuern wir unsere Einheit mit den Neigungsssensoren des 3DS und müssen vollkommen auf die Hyperlichtgeschwindigkeit verzichten. Dieser Hardcore-Modus ist ein Fall für absolute Profis. Zweifelsohne.

FAZIT:

Hyperlight Ex hat ein paar echte adrenalingeschwängerte Momente. Nämlich immer dann, wenn es hektisch wird, und mir meine Energie zur Neige geht, um alles um mich herum zu Klump zu rammen. Wenn ich dann noch, wie wahnwitzig, durch die Horden an Gegnern steuere, um mit der (stufenlosen Analogsteuerung) an ein paar Extras zu kommen ... und letztlich irgendwie überlebe, dann fühlt sich das Spiel großartig an. Oder die richtig guten Bosskämpfe: bereits in der zweiten Welt bringen einem die großen Obermotze ganz schön ins Schwitzen. Technisch einwandfrei und mit einer verdammt präzisen Steuerung gesegnet, macht dieser Geschicklichkeits-Test auch nach so einigen Tagen noch ordentlich Laune. Auf Dauer geht dem Spiel natürlich ein wenig die Puste aus, weil es dann doch nicht genug Abwechslung bietet. Aber für die Viertelstunde zwischendurch erfüllt Hyperlight Ex seinen Zweck. Ordentliches Futter für Arcade-Fans und Shooter-Veteranen.

Wertung: 7 / 10


Trailer:


Dienstag, 6. Dezember 2016

3DS-Check 11/2016


Hässlich: Blasting Agent
Was für ein tierischer Spaß es doch ist, die Indie-Szene auf dem 3DS zu erkunden! Nun ja ... meistens. Zwischendurch kann man - in einem gewollten Blindflug/kauf - nämlich auch mal an so ein Vollpfosten-Spiel wie Blasting Agent (2,99,- Euro im eShop) geraten. Hässlich ruckelt das Spiel so vor sich hin, als würde die potente Hardware meines New 3DS mit dem grobpixeligen Matsch völlig überfordert sein. Da sich die Slowdowns zusätzlich auf die Steuerung abfärben, wird der eher langweilige Platformer zusätzlich an manchen Stellen noch unnötig frustrierend. Einzig die Bosskämpfe und die begleitende Chipmucke sind ganz nett. Technisch ist es aber verdammt mies und bietet nichts, was man nicht schon von aberhundert anderen Action-Platformern kennen dürfte. Spart euch die drei Euronen und investiert sie lieber in ein anderes Download-Game. Wertung: 3 / 10





Gruselig: Binding Of Isaac


Ebenfalls im November gespielt: The Binding Of Isaac (14,99,- Euro im eShop). Und zwar die Rebirth-Version. Für einen guten Roguelike-Twinstick-Shooter bin ich immer zu haben - und alles in allem kann man dem Spiel um Isaac nur attestieren, dass es Spaß macht. Die morbide, düstere Atmosphäre, die stimmungsvolle Musik, die harten Bosskämpfe ... selbst nach 15 Stunden im Spiel hab ich noch längst nicht alles an Waffen und Extras freigeschaltet. Und da die albtraumhaften Welten ständig neu durchgewürfelt werden, wird's so schnell nicht öde. Einzig die Steuerung (explizit: das verschießen der Tränen von Isaac) könnte etwas präziser sein. Eine Kleinigkeit, die mich auch nach vielen Tagen noch gestört hat. Ansonsten ist das Spiel wie geschaffen für den kleinen Ballerhunger zwischendurch. Wertung: 7 /10




Pixelig: Witch & Hero II

Was den zweiten Teil von Witch & Hero angeht (3,99,- im eShop): Viel getan hat sich seit dem Prequel nicht. Klar, man kann nun auch die Hexe steuern. Das macht das Spiel aber nicht unbedingt besser. Es ist schon eine verdammt große Dosis Multitaskingfähigkeit vonnöten, will man gleich beide Charaktere zielsicher über den Screen navigieren. Also parkt man die Hexe meistens an halbwegs sicheren Orten, lockt somit die Monster, Geister und Mutanten fort, damit sich der "Hero" hinterrücks um sie kümmert. Am Ende ist das Spiel auf diese Weise sogar viel zu leicht und nach zwei Stunden schon beendet. Ich bin geneigt, da doch eher den ersten Teil zu empfehlen (den hab ich hier drüben schon etwas ausführlicher vorgestellt). Der war etwas fordernder. Wertung: 5 / 10



Spaßig: Samurai Defender
Zu guter Letzt noch ein Geheimtipp von mir: falls ihr auf Tower Defense-Spiele stehen solltet, dann schaut euch doch einmal Samurai Defender an (3,99,- Euro im eShop). Mensch, hat mich dieses kleine Spielchen aberwitzig viele Stunden gekostet! Es gibt genug Upgrades, in die wir investieren können, um die herannahenden Gegner aufzuhalten. Und dank zusätzlicher freischaltbarer Verteidiger (Ninjas ersetzen dann beispielsweise die Bogenschützen) und einem Hard-Modus nach dem durchspielen, ist der Wiederspielwert extrem hoch. Es macht schon derbe süchtig, die Pfeile auf die Samurais niederregnen zu lassen. Da das zielen wahlweise via Touchscreen oder Stick funktioniert, ist man hier nie zur Unttätigkeit verdammt, wie in so vielen anderen TD-Games. Wertung: 8 / 10





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