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Mittwoch, 3. Mai 2017

3DS-Check 4/2017 - Von Blaster Master Zero bis Lifespeed


Blaster Master Zero
Mit Spannung hatte ich darauf gewartet, nachdem ich erste Spielszenen im Netz gesehen hatte: Blaster Master Zero (9,99,- Euro im eShop). Klang vielversprechend. Da ich den Kauf der Switch erst Ende 2017 rum anpeile, freute ich mich natürlich über eine Version für Nintendos "alter" tragbarer Konsole. Der ursprüngliche Entwickler SunSoft ist kein unbeschriebenes Blatt: zumindest deren Batman-Spiele für NES und Game Boy schwirren mir bei der Nennung der Softwarefirma sofort durch die wenigen Gehirnwindungen. Deren 1991 veröffentlichtes Blaster Master dagegen war mir vorher völlig unbekannt. In acht großen Welten ballern und springen wir mit unserem Buggy durch gut designte Level. Dabei können wir aber auch das Gefährt verlassen und als kleines Pixelmännchen für Radau sorgen - und auch nur so wichtige Höhleneingänge passieren. Dort schaltet das Spiel in die Vogelperspektive und wir ballern uns durch Labyrinthe und eliminieren interessante Bossgegner. Metroidvania-mäßig werten wir unseren Buggy nach und nach auf, und es erschließen sich neue Wege und Möglichkeiten, voran zu kommen. Wobei sich das vorhandene Backtracking erfreulicherweise in Grenzen hält. Wer sich besonders viel Mühe gibt, der schaltet eine neunte Stage frei, die es zuvor im Ur-NES-Spiel so nicht gab. Blaster Master ist sechs bis acht Stunden lang ein verdammter Spaß! Und das sogar - wie in meinem Fall - ohne rosarote Nostalgiebrille ; mit möglicherweise dezent-verschleiertem Blick in vergangene NES-Zeiten inklusive einem Blaster Master-Modul. Mit seinem moderaten Schwierigkeitsgrad und einer anständigen Automap dürfte es auch all jene abholen, denen das Original von 1991 noch viel zu schwierig war. Bock auf ballern, hüpfen und erkunden? Kaufen! Lohnt sich! Wertung: 9 / 10



Super Destronaut 3D
Einen Originalitätspreis wird Super Destronaut 3D sicherlich nicht gewinnen (1,99,- Euro im eShop). Handelt es sich doch hier um eine von zigtausenden Space Invaders-Kopien. Nicht nur, dass es vergeblich um eine Rechtfertigung kämpfen muss, warum die Welt nun doch noch ein weiteres Ballerspiel braucht, wie man es in fast exakt dieser Form schon seit 1978 zur Genüge gezockt hat. Nein, es muss sich auch den Vergleich mit all diesen Kopien, und nicht zuletzt dem Original, gefallen lassen. Schlimmer noch: gegen das aufpolierte Space Invaders Extreme auf dem Nintendo DS wirkt es geradezu bieder und lieblos. Während das Taito-Remake alles bietet, was das Fan-Herz begehrt (Endbosse, psychedelische Optik und Akustik, flankiert von ziemlich gutem Leveldesign), gibt es in Super Destronaut 3D nur eine endlose Welle von immergleichen Gegnern, je nach Zufall in unterschiedlichen Formationen. Das Ganze spielt sich gar nicht schlecht! Für die fünf bis zehn Minuten zwischendurch ist es sogar hervorragend geeignet. Nur stellt sich mir die Frage, warum hierfür Geld ausgegeben werden soll, wenn ich für die gleiche Summe gleich neun weitere Spiele kredenzt bekomme - neben einem dieser obligatorischen Space Invaders-Klone. Die Rede ist natürlich von der Arcade Classics Collection (hatte ich hier drüben bereits getestet). Für einen eventuellen Nachfolger muss sich Entwickler Petite Games noch einiges einfallen lassen. Echtes Leveldesign, einen Shop (mit permanenten Zusatzwaffen/Upgrades) und mehr Abwechslung bei den Gegnern wäre ein Anfang. Aber wie bereits erwähnt: Schlecht spielt sich das alles nicht. Es hat am Ende des Tages nur so verdammt wenig Substanz. Wertung: 5 / 10


Lifespeed
"Endlich: WipeOut meets F-Zero auf dem 3DS. Und das sogar ausschließlich auf dem New 3DS, um die zusätzliche Hardware-Power auszunutzen." - So ungefähr jedenfalls war mein erster Gedanke vor dem nächsten Spontan- und Blindkauf namens Lifespeed (5,99,- Euro im eShop). Ähnlich wie beim hier vorgestellten Super Destronaut 3D kann ich mich hier nur wiederholen: es ist summa summarum kein schlechtes Spiel! Wie grundsätzlich jedes  nur durchschnittliche Spiel immer ein gewisses Potenzial besitzt, um dem einen oder anderen wenigstens ein paar Stunden zu unterhalten. Mit seiner Mischung aus Tunnel-Raser und einem üblichen Racing-Game setzt sich Lifespeed leider nicht wirklich gekonnt zwischen die Stühle. Wipeout-mäßig sammeln wir Extras auf und können während der Rennen Gegner mit Raketen beharken oder uns einen zusätzlichen Boost verschaffen. So einen richtigen Geschwindigkeitsrausch kann das Spiel dabei nicht wachrufen, da es letztlich doch flüssiger laufen könnte - und sollte - und die Grafik ganz einfach eine ganze Ecke zu grobkörnig für dieses Genre ist. Zwei dicke Taktlosigkeiten leisten sich die Entwickler hier, die nicht unerwähnt bleiben dürfen: die Einzelrennen sind gleich völlig unbrauchbar, so lange nicht irgendwann mal via Patch nachgebessert werden sollte. Egal, welche Strecke ihr auch wählt: das System wird sich mit einer Fehlermeldung aufhängen und euch zurück in das 3DS-Menü werfen! Qualitätskontrolle anybody? Der zweite Unfall ist die Solo-Kampagne an sich: Die acht Strecken sind in einer knappen Stunde beendet und die Hintergrundgeschichte endet unbefriedigend-unvollständig mit einem "To Be Continued". Da kommt man sich schon ein wenig verarscht vor. Was bleibt ist die relativ seelenlos umgesetzte Option einer linearen Meisterschaft. Nun, selbst ohne seine dicken Schnitzer könnte Lifespeed nicht völlig begeistern. Es fühlt sich auf fast schon unverfrorene Weise unfertig und unpoliert an und kratzt haarscharf an einen Totalausfall vorbei. Schade um das verschenkte Potenzial. Wertung: 4 / 10



The Legend Of Kusakari
The Legend of Kusakari (4,99,- Euro im eShop) hat mal eine witzige Idee als Unterbau. Während im dortigen Fantasy-Reich mutige Helden gegen Monster in den Kampf ziehen, schlüpfen wir in die Rolle des Gärtners Kusakari, bewaffnet mit einer Sense - Und mähen das Gras! Tumulte zwischen Helden und Monstern weichen wir in den fünfzig Stages aus. Und auch die herumstreundenen Gegner lassen wir besser links liegen, um stoisch die Sense in die Grasbüschel zu schwingen. Das Ganze hat schon ein wenig von Pac-Man, wenn wir dort die einzelnen Maps freiräumen. Statt Pillen ist es dann halt Grünzeug, dass von der Karte gefegt werden muss. Ein beständiger Zeitdruck macht die Sache knifflig, denn unser Gärtner verliert am laufenden Band Energie - hinzu kommen (im späteren Spielverlauf) Felder, die ihn verlangsamen oder zusätzliche Energie abziehen, sodass dem Spiel durchaus eine strategische Komponente mitgegeben wurde: wir kommen nicht umhin, uns eine gute Taktik auszudenken, um die Level im gegebenen Zeitrahmen zu meistern. So richtig Abwechslungsreich ist das alles natürlich nicht. Hier macht sich dann doch schneller als einem lieb sein kann die spielerische Ernüchterung breit. Aber insgesamt ist The Legend Of Kusakari mal eine Proberunde wert. Tipp: Abwarten, bis es mal vergünstigt im eShop auftauchen sollte. Und dann möglichst in kleinen Zwischendurch-Sessions spielen. Auf die Dauer hat nämlich auch Gras keine Power. Wertung: 5 / 10