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Dienstag, 25. Juli 2017

Sommer, Sonne, Spieleentwicklung

Seit ein paar Wochen arbeite ich an Kultboy - Das RPG, einem Spiel, das der großartigen Community auf Kultboy gewidmet ist. Dementsprechend kommen dort sehr viele Mitglieder vor, sowohl als NPC als auch in Form von spielbaren Partymitgliedern. Viele alte Spiele sollen aufs Korn genommen werden - oder zumindest eine kleine Hommage erfahren - und auch Größen unserer Branche wie Michael Hengst, Harald Fränkel, Jörg Langer oder Chris Hülsbeck haben in diesem Rollenspiel ihren Cameo-Auftritt. Seit vergangenem Wochenende ist eine erste spielbare Demoversion erhältlich. In rund eineinhalb Stunden Spielzeit kann man sich einen ersten Eindruck vom Spiel verschaffen und hat danach (so glaube ich) eine ziemliche Vorstellung davon, wo das Spiel einmal hin will. Dafür benötigt ihr einen 3DS und den kostenlosen RPG Maker Player aus dem Nintendo eShop:


Anschließend werdet ihr noch einige DLC-Pakete innerhalb des Programms herunterladen müssen. Das sind zusätzliche (für die Entwickler kostenpflichtige) Grafik-  und Charakter-Sets. Für den RPG Maker Player - also zum reinen spielen der RPGs - sind sie aber völlig kostenlos verfügbar. Sucht anschließend unter dem Menüpunkt "Spiele Downloaden" nach dem Begriff "Kultboy":


Viel Spaß damit. Falls ihr Feedback geben wollt, würde ich mich freuen. Ihr könnt mich nach wie vor unter sarah@amigafuture.de erreichen. Oder schreibt mir einfach eine PN auf der Kultboy-Seite.
Ein kleines Video der ersten zehn Minuten Gameplay (nur mit einer müden Smartphone-Kamera aufgenommen!) wurde hier drüben hinterlassen.
Bis zur Veröffentlichung der Demoversion hat sich seitdem aber wieder einiges verändert.


Samstag, 1. Juli 2017

3DS-Check 6/2017 - Von Fire Emblem Echoes bis Drancia Saga


Fire Emblem Echoes
Nach rund vierzig verbrachten Stunden im Monat Juni in Fire Emblem Echoes - Shadows of Valentia (44,95,- Euro im eShop) bleibt das ziemlich ernüchternde Fazit, hier das schlechteste Fire Emblem aller Zeiten gespielt zu haben. Dadurch, dass es sich hier nur um ein Remake eines Spin Offs aus dem Jahre 1992 handelt, beibt zu hoffen, dass das extrem auf Casual gebürstete Rundentaktik-Geplänkel sich nicht auf kommende Produkte abfärbt. Der vor kurzem veröffentlichte (und extrem seichte) Mobile-Ableger Fire Emblem Heroes für iOS und Android scheint es bei diesem Titel hier jedenfalls getan zu haben: Erst nach fünfundzwanzig bis dreißig Stunden Spielzeit werden die Kämpfe etwas fordernder - das taktisch tragende Waffendreick (Lanze schlägt Schwert, Schwert schlägt Axt usw) fiel hier unverständlicherweise durchs Raster und macht das Spiel zu zwei Dritteln seiner Spielzeit nur leidlich anspruchsvoller als eine Runde interaktives Mensch Ärgere Dich Nicht. Dazu kommen ungewohnt lieblos designte Maps, semi-langweiliges (und aufgesetzt wirkendes) Dungeon Crawling für Amateure und ein Wimmelbild-Suchspiel, dass in seiner miefenden Simplizität diesen Begriff noch nicht einmal verdient. Das würde nämlich das Gros der Wimmelbild-Spiele beleidigen, die im Vergleich zu Shadows Of Valentia höchsten Ansprüchen genügen. Auf der Haben-Seite steht einmal mehr die schön inzenierte Geschichte. Fire Emblem fackelt einmal mehr eine zwar Klischeebeladene, aber trotzdem interessante Geschichte ab, mit allem, was dazu gehört in Sachen Liebe, Freundschaft, Verrat und den Serien-typischen interessant ausgearbeiteten Charakteren. Hier sogar erstmals in der Geschichte der Serie in kompletter Sprachausgabe - vertont von einigen wirllich talentierten Sprechern. Fans der Reihe greifen zähneknirschend auch beim neusten Fire Emblem zu, finden sich mit den klaren Defiziten ab und haben ihren Spaß. Objektiv betrachtet greifen alle anderen aber besser zum viel gehaltvolleren Awakening (Wertung: 10 / 10). Auch der direkte Vorgänger Fates (Wertung: 8 / 10) ist eine ganze Klasse besser als dieses leicht abstruse, Serien-untypische Spin Off. Wertung: 6 / 10



Drancia Saga
Zur Abwechslung mal Monster vermöbeln! Diesmal in Drancia Saga (5,00,- Euro im eShop). Das vor kurzem veröffentlichte Action-Spielchen mit RPG-Einschlag macht erstaunlich lange Spaß, wenn man sich damit abgefunden hat, hier nichts weiter tun zu müssen, als den Bildschirm von allen möglichen Feinden freizuräumen. Dazu müssen wir nichts anderes machen, als in die Gegner - mit unserer vorgestreckten Waffe - reinzulaufen oder zu springen. In den relativ kurzen acht Stages leveln wir rasend schnell auf und investieren in Upgrades, die uns gesünder, schneller und kräftiger machen. Die Bossgegner kennt man nach einigen Durchläufen natürlich auswendig und stellen dann kaum noch ein Problem dar. Aber in Drancia Saga können wir viele verschiedene Charaktere freischalten, die sich mit ihrem Fokus auf einzelne Stärken und Schwächen unterschiedlich offensiv oder defensiv spielen lassen. Das Spiel erkennt sogar einige installierte Spiele auf eurem 3DS (Beispielsweise Gunman Clive, Witch And Hero), und schaltet dann neben neuen Charakteren sogar eine kurze neue Intro-Stage passend zum jeweiligen Spiel frei. Die gelungene Chip-Mucke und die ordentliche Grafik sind über alle Zweifel erhaben - auf diesen Pixel-Alarm im Retrogaming-Stil muss man aber generell schon stehen. Dem Spielablauf mangelt es auf Dauer an Varianz, aber für die halbe Stunde zwischendruch ist Drancia Saga ein echter Geheimtipp und spielt sich einfach nur verdammt gut. Wertung: 8 / 10


Van Helsing Sniper ZX100
Auf ins Gefecht gegen Vampire in Van Helsing Sniper ZX100 (6,66,- Euro im eShop). In schäbiger Kulisse eines futuristischen Londons lassen wir dort die Gestalten der Nacht Bekanntschaft mit einer Kugel aus unserem Scharfschützengewehr machen. Alternativ müssen wir hier auch mal ein paar Menschen aus Käfigen freischießen. Das größte Hindernis dabei ist - neben der Tatsache, dass die Antagonisten manchmal nur schwer zu erkennen sind - die ziemlich vermurkste Bewegungssteuerung. Die hat nämlich zu keiner Zeit das Kaliber eines Legend of Zelda - Ocarina Of Time, sondern reagiert träge und mit deutlicher Verzögerung. Selbst, wenn wir also in das Geschehen ausreichend hineinzoomen können, ist der eine oder andere Fehlschuss vorprogrammiert. Dank des gnadenlosen Zeitlimits kommt da schnell Frust auf. Ebenfalls der Horror: die Soundkulisse. In Van Helsing Sniper ZX100 bekommt ihr das wohl lächerlichste "Congratulations" aller Zeiten zu hören. Nein, dieses blutleere Spiel braucht kein Mensch. Spart euch das Geld. Wertung: 3 / 10


Steamworld Dig
Nachdem ich vergangenen Monat das bereits ältere Steamworld Heist mit Begeisterung nachgeholt habe (Die Wertung findet ihr hier) war ich natürlich hungrig nach mehr und besorgte mir das - noch weit ältere - Steamworld Dig (8,99,- Euro im eShop). Das bedient aber ein völlig anderes Genre: In diesem Plattformer buddeln wir uns mit Spitzhacke und Bohrer in immer tiefere Tiefen einer Miene unseres verstorbenen Onkels. Und kommen so nebenbei einem Geheimnis auf die Spur, während wir nach Diamanten und Edelsteinen forschen. Die eingesteckten Klunker investieren wir an der Oberfläche in immer bessere Ausrüstung und Equipment, dass unser vorankommen erleichtert. Gegner fehlen in Steamworld Dig natürlich genau so wenig wie kleinere Puzzle-Abschnitte, die sich in freigeschaufelten Räumen verstecken. Das Spiel macht dabei auch ordentlich Laune, steuert sich formidabel und ist wie sein Nachfolger charmant ohne Ende. Da man sich hier seine eigene kleine Welt unter Tage baut, könnte es sogar Minecraft-Spieler eine Menge Freude bereiten. Kann man kaufen. Wertung: 7 / 10


Rage Of The Gladiator
Kennt ihr noch Punch-Out auf dem NES? Rage Of The Gladiator (6,99,- Euro im eShop) schlägt in die gleiche Kerbe, verfrachtet uns aber in ein Fantasy-Setting, wo wir in Gladiatorenkämpfe gegen allerlei Monster und Wesen aus der griechischen Mythologie kämpfen müssen. Auf simpelste Art und Weise weichen wir den Angriffen des Kontrahenten aus, blocken sie, oder setzen zum Gegenangriff aus der Ego-Perspektive an. Was in einem ersten Durchgang, vom Schwierigkeitsgrad her, noch recht moderat ist, wird auf den höheren Stufen doch erstaunlich anspruchsvoll, da die Gegner dann zusätzliche Angriffe erlernen. Das erbeutete Geld stecken wir in immer bessere Waffen und Rüstungen - können unseren Kämpfer aber auch gleichzeitig in offensive und defensive Magie schulen, die sich dann in der Arena in Form von Spezialangriffen entladen lässt. Rage Of The Gladiator ist schon durchaus eine spaßige Punch-Out-Alternative. Die Grafik weiß zu gefallen, nicht zuletzt dank der richtig gut animierten Gegner. Richtig viel Substanz besitzt das Spiel dennoch nicht und wirkt auf Dauer dann doch ein wenig eintönig. Aber viel mehr als ein Spiel "für die paar Minuten zwischendurch" will es wahrscheinlich gar nicht für sich als Ziel beanspruchen. Wertung: 6 / 10




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