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Samstag, 4. November 2017

Was kommt? Was geht? Die Zukunft dieses kleinen Blogs

In Zeiten, wo anscheinend jedermann sich dazu genötigt fühlt, via Patreon um euer Geld zu betteln, ist kostenloser Content umso wertvoller. Gilt zwar nicht wirklich für diesen blöden Blog hier - aber der Blickwinkel eines "sharing" unserer nach wie vor starken Games-Community darf an dieser Stelle einfach nicht unerwähnt bleiben. Kultboy Dot Com? Für umme. Geile Mucke in konservierter Form oder gleich via Radio? Kostet nix. Spiele, YouTube-Videos, Podcasts, Artikel - keiner von uns hat ein solches zeitliches Polster und kann all das mit der nötigen Aufmerksamkeit sehen, hören, lesen oder spielen, so dermaßen viel völlig kostenloser Inhalt erscheint Tag für Tag im WWW. Inhalte, die sogar meistens mit denjenigen mithalten können, die schamlos in eure Brieftasche schielen.  Das Problem an der Sache: der unkommerzielle Aspekt führt dazu, dass die Betreiber der Seiten - die Ersteller von Video-Content oder der Schreiberling eines netten Blogs - keinen Ertrag für anfallende Arbeit enthält. Nicht nur nebenbei muss richtig gearbeitet werden. Die ohnehin rare Freizeit geht nicht nur für Familie, Freunde und sonstigen Real Life-Shit drauf - sondern im Kontext der Spiele will man ja auch irgendwie Zeit finden ... zum spielen.

Was mich dann zur Zukunft dieses kleinen Blogs bringt. Gerade erst habe ich Mario & Luigi Superstar Saga auf dem 3DS beendet. Das neue Metroid - Samus Returns liegt gar schon zwei Wochen zurück - und ich bin trotzdem immer noch nicht dazu gekommen, etwas darüber zu schreiben. Vorige Tage hatte ich nach stundenlangen Spaß so eben noch Zeit und Muße gefunden einen Kommentar zum knuffigen Kirby's Block Ball zu hinterlassen (und zwar hier drüben), während ich die "Top 5 der heißestens Spieleredakteure Deutschlands 2017" schon unlängst auf Anfang nächsten Jahres verschoben habe. Der nächste 3DS-Check kommt hoffentlich noch diesen Monat - er sollte bereits vor zwei Monaten erscheinen, aber der Artikel ist erst zur Hälfte geschrieben. Obwohl die vorgestellten Spiele unlängst gespielt sind. Derweil erscheint heute oder morgen aber schon einmal der erste Teil eines neuen Kultboy-Tagebuchs (das ebenfalls schon vier bis acht Wochen in Planung ist), was meinen Fokus dann wieder für mindestens ein paar Tage von allem anderen Kram fernhält (Bei Interesse: es wird Gargoyles Quest 2 werden, hier drüben in den Kommentaren). Ende 2017 sollte Kultboy - Das RPG endlich fertig werden, aber auch das schaffe ich zeitlich einfach nicht mehr  - und wurde ebenfalls nach 2018 verschoben. Immerhin ... das Spiel ist zu 15 bis 20% fertiggestellt. Nach rund 70 investierten Arbeitsstunden kann ich mir somit recht gut ausmalen, wieviel Zeit ich noch insgesamt in das Projekt stecken muss. Apropos Projekt: Auch die Amiga Future war und ist immer schon so eine Art Gemeinschaftsprojekt gewesen. Und es tut mir fast schon im Herzen weh, dass ich dort im Moment weder die News-Sektion noch das Heft an sich irgendwie unterstützen könnte.

Ihr merkt also: Generell wünsche ich mir klammheimlich das dreifache an Freizeit und sechs bis acht Arme. Alternativ kann ich ja einfach mal ein Patreon-Konto eröffnen, und um Geld bitten, damit ich ... nee nee, vergesst es. Selbstachtung ist so mindestens das allerletzte, was ich verlieren werde.

Was kommt hier demnächst auf sarahkreuz78.blogspot.com?

Noch im November erscheint hier der vorerst letzte 3DS-Check. Das hat gleich mehrere Gründe. Zum einen ist die Luft beim 3DS ein wenig raus. Das merke ich an den Abrufzahlen, die seit diesem Jahr erstmals keine dreistelligen Zahlen mehr erreichen. Zum anderen erscheint ohnehin nicht mehr allzu viel im Indie-Sektor - besondere Spiele werde ich aber nach wie vor mit einem einzelnen Review betrachten. Nur halt nicht mehr in regelmäßigen Abständen und mit der gleichen Gewichtung wie bisher. Die Welt spielt Switch! Ich demnächst ebenfalls. Ob es dann den Switch-Check geben wird, weiß ich allerdings noch nicht.

Ebenfalls im November kommt hier noch ein zuletzt gelesen - im Blickpunkt diesmal das Retro-Jahrbuch 1997 von der GameStar.

Ende Dezember wird es dann mal wieder Zeit für eine Retrospektive. Zeit für die Retrogaming-Highlights 2017 - da ich bis dahin auch endlich mal Gargoyle's Quest 2 und Breath Of Fire 2 gespielt haben werde, bin ich mal gespannt, ob und wie die beiden Capcom-Titel dort ihren Platz einnehmen werden. So oder so: es gibt noch unendlich viele alte Spiele neu zu entdecken, die kommenden Jahre über. Ihr kennt das ja selbst. Abseits von neumodischen Scheiß-Trends wie Patreon-Bettelei und Loot-Boxen bleibt eben immer noch der Blick (und Griff) in die Vergangenheit. Spiele-Historie nachholen ... quasi.

Für den Januar/Februar 2018 ist auf diesem Blog dann die Top 5 der heißesten Spieleredakteure 2018 geplant. Es sind viele neue interessante Gesichter in den Print- und Onlinemedien vertreten - vier Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Da findet Evolution statt. Für die Augen. :)

Bis bald und schaut doch mal wieder vorbei,
Sarah K.

Donnerstag, 3. August 2017

3DS-Check 7/2017 - Von RPG Maker bis Alchemic Dungeons


Bauen: RPG Maker FES
Schaffe, schaffe, Spielchen baue. Ein so mächtiges Tool wie der RPG Maker FES (39,99,- Euro im eShop) war nicht unbedingt auf dem 3DS zu erwarten. Wer also schon immer mal sein eigenes JRPG basteln wollte, findet hier für Wochen und Monate einen geeigneten virtuellen Arbeitsplatz. Auch wenn die Steuerung - durch diverse Untermenüs und der Texteingabe via Touchscreen - alles andere als komfortabel vonstatten geht: das Resultat kann sich sehen lassen, sofern man sich genügend Zeit nimmt, auch mit Variablen und Schaltern zu jonglieren. So lassen sich komplexere Quests, Cutscenes und Dialoge ins eigene Spiel einbauen. Trotz der Begeisterung, mit der ich mich dem Tool in letzter Zeit gewidmet habe, darf die Objektivität hier nicht flöten gehen. Zum einen ist das Programm noch dezent verbuggt und neigt hin und wieder zum Systemabsturz, wenn man etwas zu schnell durch die Menüs wechselt. Sämtliche Arbeitsfortschritte sind dann futsch. Solange das nicht von den Entwicklern behoben wurde, kann man den RPG Maker nicht bedingungslos weiterempfehlen. Einen bitteren Beigeschmack hat auch der Downloadable Content, der bereits bei Veröffentlichung des RPG Maker FES zur Verfügung steht. Zusätzliche Charaktere, Grafik-Sets und Hintergründe aus den Genres SciFi, Horror und der Moderne wurden ganz offensichtlich mit ordentlich Dollarzeichen in den Augen, schnell noch vor Release aus dem Programm gehebelt, um sie dann für satte 3 bis 9 Euro pro Paket separat zu verscherbeln. Eine Frechheit. Wer den vollen Umfang anstrebt, kann somit zu den 40 Euro für das Hauptprogramm noch einmal die gleiche Summe für "Ingame-Käufe" einkalkulieren. Das ändert aber natürlich nichts an der Tatsache, dass es trotzdem eine Menge Spaß macht, mit dem Rollenspiel-Baukasten hier herumzudoktern. Sämtliche Resultate lassen sich auf einem bereitgestellten Server hochladen. Und mit dem kostenlosen RPG Maker Player kann man die Spiele von anderen Entwicklern sogar auch dann spielen, falls man die Vollversion gar nicht besitzt. Immerhin das ist löblich. Wertung: 7 / 10



Basteln: Alchemic Dungeons
Hier haben wir einen frischen Juli-Neuzugang im Nintendo-Store: Alchemic Dungeons (5,00,- Euro im eShop). So frisch ist er dann allerdings doch nicht, denn das Spiel erinnert frappierend an Pokemon Mystery Dungeons. Das wiederrum nur eine Kopie von Shiren The Wanderer war. Schritt für Schritt erkunden wir in diesem Dungeon-Crawler sechs mehrstöckige Gebiete, die bei jedem Neustart zufällig generiert werden. Der Zufall entscheidet dann auch über den lebenswichtigen Loot und ist der ärgste Feind des Spiels. Anstatt dass wir fertige Waffen, Rüstungen - und sonstiges aufwertendes Gedöns - aufklauben, muss in Alchemic Dungeons alles aus Materialien hergestellt werden. Da kann man schnell mal vom Pech verfolgt werden und immer noch mit einem Brotmesser von einem Schwert durch Dungeon Nummer 10 latschen, weil die Materialen einfach nicht vorhanden waren. Oder der Hungertod ereilt einem, weil keines der Monster mal ein Stückchen Fleisch von sich hat fallen lassen. Wer mit solcher Unfairness hantieren kann, findet hier einen ordentlichen RPG-Snack für zwischendurch, der sich aber immer selbst am ausbremsen ist, da wir uns ständig durch die Zutaten-Menüs wurschteln müssen. Grafik und Musik sind eher lieblos dahin geklatscht. Auch damit werden sich angehende Alchemie-Meister abfinden müssen. Zwischen einem Pokemon Mystery Dungeon und einem Alchemic Dungeons liegen also gleich ganze Welten, was Design, Aufmachung und der generelle Spielspaß angeht. Aber dafür kostet eines von beiden auch nur schlappe fünf Euronen. Wertung: 6 / 10



Ballern: Xeodrifter
Knüppelhart: Xeodrifter (8,99,- im eShop) bewegt sich, vom Schwierigkeitsgrad her gesehen, nicht nur in Sphären eines Shovel Knight (hatte ich hier drüben bereits getestet), sondern übertrifft dieses sogar noch. Das Run-and-Gun-Arcadegame weiß optisch zu gefallen, wirkt technisch sehr poliert und besitzt einen richtig coolen Soundtrack. Metroidvania-mäßig rüsten wir unseren kleinen Astronauten mit zusätzlichem Equipment auf, um bis dato unerreichte Stellen meistern zu können. Nebenbei verstärken wir unsere Waffe völlig individuell, indem wir Upgrade-Punkte in Streuung, Schussgeschwindigkeit oder Feuerkraft investieren. So richtig viel Wumms erreichen wir dabei aber leider niemals. Vier große Planeten gilt es zu erkunden, die dank einer Automap-Funktion wenigstens so einigermaßen ihren abschreckenden Labyrinth-Charakter verlieren. Leider ändert das nichts an gelegentlicher Orientierungslosigkeit und ständigem Backtracking, da uns Xeodrifter gerne mal ziellos durch die Gegend laufen lässt. Markante Stellen, an denen wir vorher mal nicht weiter kamen, werden nämlich auf keinem der Planeten markiert. Hier heißt es nur: Zähne zusammenbeißen und durch - den ganzen Weg zurück! Das Spiel wirkt also total unkomfortabel-oldschool. Gepaart mit seinem knallharten Schwierigkeitsgrad richtet es sich dann auch an genau solche oldschool-Retro-Gamer und ist für das Gros der Spieler da draußen wahrscheinlich verdammt nahe an der Unspielbarkeit. Ziemlich geil ist es trotzdem. Wertung: 8 / 10


Dienstag, 25. Juli 2017

Sommer, Sonne, Spieleentwicklung

Seit ein paar Wochen arbeite ich an Kultboy - Das RPG, einem Spiel, das der großartigen Community auf Kultboy gewidmet ist. Dementsprechend kommen dort sehr viele Mitglieder vor, sowohl als NPC als auch in Form von spielbaren Partymitgliedern. Viele alte Spiele sollen aufs Korn genommen werden - oder zumindest eine kleine Hommage erfahren - und auch Größen unserer Branche wie Michael Hengst, Harald Fränkel, Jörg Langer oder Chris Hülsbeck haben in diesem Rollenspiel ihren Cameo-Auftritt. Seit vergangenem Wochenende ist eine erste spielbare Demoversion erhältlich. In rund eineinhalb Stunden Spielzeit kann man sich einen ersten Eindruck vom Spiel verschaffen und hat danach (so glaube ich) eine ziemliche Vorstellung davon, wo das Spiel einmal hin will. Dafür benötigt ihr einen 3DS und den kostenlosen RPG Maker Player aus dem Nintendo eShop:


Anschließend werdet ihr noch einige DLC-Pakete innerhalb des Programms herunterladen müssen. Das sind zusätzliche (für die Entwickler kostenpflichtige) Grafik-  und Charakter-Sets. Für den RPG Maker Player - also zum reinen spielen der RPGs - sind sie aber völlig kostenlos verfügbar. Sucht anschließend unter dem Menüpunkt "Spiele Downloaden" nach dem Begriff "Kultboy":


Viel Spaß damit. Falls ihr Feedback geben wollt, würde ich mich freuen. Ihr könnt mich nach wie vor unter sarah@amigafuture.de erreichen. Oder schreibt mir einfach eine PN auf der Kultboy-Seite.
Ein kleines Video der ersten zehn Minuten Gameplay (nur mit einer müden Smartphone-Kamera aufgenommen!) wurde hier drüben hinterlassen.
Bis zur Veröffentlichung der Demoversion hat sich seitdem aber wieder einiges verändert.


Samstag, 1. Juli 2017

3DS-Check 6/2017 - Von Fire Emblem Echoes bis Drancia Saga


Fire Emblem Echoes
Nach rund vierzig verbrachten Stunden im Monat Juni in Fire Emblem Echoes - Shadows of Valentia (44,95,- Euro im eShop) bleibt das ziemlich ernüchternde Fazit, hier das schlechteste Fire Emblem aller Zeiten gespielt zu haben. Dadurch, dass es sich hier nur um ein Remake eines Spin Offs aus dem Jahre 1992 handelt, beibt zu hoffen, dass das extrem auf Casual gebürstete Rundentaktik-Geplänkel sich nicht auf kommende Produkte abfärbt. Der vor kurzem veröffentlichte (und extrem seichte) Mobile-Ableger Fire Emblem Heroes für iOS und Android scheint es bei diesem Titel hier jedenfalls getan zu haben: Erst nach fünfundzwanzig bis dreißig Stunden Spielzeit werden die Kämpfe etwas fordernder - das taktisch tragende Waffendreick (Lanze schlägt Schwert, Schwert schlägt Axt usw) fiel hier unverständlicherweise durchs Raster und macht das Spiel zu zwei Dritteln seiner Spielzeit nur leidlich anspruchsvoller als eine Runde interaktives Mensch Ärgere Dich Nicht. Dazu kommen ungewohnt lieblos designte Maps, semi-langweiliges (und aufgesetzt wirkendes) Dungeon Crawling für Amateure und ein Wimmelbild-Suchspiel, dass in seiner miefenden Simplizität diesen Begriff noch nicht einmal verdient. Das würde nämlich das Gros der Wimmelbild-Spiele beleidigen, die im Vergleich zu Shadows Of Valentia höchsten Ansprüchen genügen. Auf der Haben-Seite steht einmal mehr die schön inzenierte Geschichte. Fire Emblem fackelt einmal mehr eine zwar Klischeebeladene, aber trotzdem interessante Geschichte ab, mit allem, was dazu gehört in Sachen Liebe, Freundschaft, Verrat und den Serien-typischen interessant ausgearbeiteten Charakteren. Hier sogar erstmals in der Geschichte der Serie in kompletter Sprachausgabe - vertont von einigen wirllich talentierten Sprechern. Fans der Reihe greifen zähneknirschend auch beim neusten Fire Emblem zu, finden sich mit den klaren Defiziten ab und haben ihren Spaß. Objektiv betrachtet greifen alle anderen aber besser zum viel gehaltvolleren Awakening (Wertung: 10 / 10). Auch der direkte Vorgänger Fates (Wertung: 8 / 10) ist eine ganze Klasse besser als dieses leicht abstruse, Serien-untypische Spin Off. Wertung: 6 / 10



Drancia Saga
Zur Abwechslung mal Monster vermöbeln! Diesmal in Drancia Saga (5,00,- Euro im eShop). Das vor kurzem veröffentlichte Action-Spielchen mit RPG-Einschlag macht erstaunlich lange Spaß, wenn man sich damit abgefunden hat, hier nichts weiter tun zu müssen, als den Bildschirm von allen möglichen Feinden freizuräumen. Dazu müssen wir nichts anderes machen, als in die Gegner - mit unserer vorgestreckten Waffe - reinzulaufen oder zu springen. In den relativ kurzen acht Stages leveln wir rasend schnell auf und investieren in Upgrades, die uns gesünder, schneller und kräftiger machen. Die Bossgegner kennt man nach einigen Durchläufen natürlich auswendig und stellen dann kaum noch ein Problem dar. Aber in Drancia Saga können wir viele verschiedene Charaktere freischalten, die sich mit ihrem Fokus auf einzelne Stärken und Schwächen unterschiedlich offensiv oder defensiv spielen lassen. Das Spiel erkennt sogar einige installierte Spiele auf eurem 3DS (Beispielsweise Gunman Clive, Witch And Hero), und schaltet dann neben neuen Charakteren sogar eine kurze neue Intro-Stage passend zum jeweiligen Spiel frei. Die gelungene Chip-Mucke und die ordentliche Grafik sind über alle Zweifel erhaben - auf diesen Pixel-Alarm im Retrogaming-Stil muss man aber generell schon stehen. Dem Spielablauf mangelt es auf Dauer an Varianz, aber für die halbe Stunde zwischendruch ist Drancia Saga ein echter Geheimtipp und spielt sich einfach nur verdammt gut. Wertung: 8 / 10


Van Helsing Sniper ZX100
Auf ins Gefecht gegen Vampire in Van Helsing Sniper ZX100 (6,66,- Euro im eShop). In schäbiger Kulisse eines futuristischen Londons lassen wir dort die Gestalten der Nacht Bekanntschaft mit einer Kugel aus unserem Scharfschützengewehr machen. Alternativ müssen wir hier auch mal ein paar Menschen aus Käfigen freischießen. Das größte Hindernis dabei ist - neben der Tatsache, dass die Antagonisten manchmal nur schwer zu erkennen sind - die ziemlich vermurkste Bewegungssteuerung. Die hat nämlich zu keiner Zeit das Kaliber eines Legend of Zelda - Ocarina Of Time, sondern reagiert träge und mit deutlicher Verzögerung. Selbst, wenn wir also in das Geschehen ausreichend hineinzoomen können, ist der eine oder andere Fehlschuss vorprogrammiert. Dank des gnadenlosen Zeitlimits kommt da schnell Frust auf. Ebenfalls der Horror: die Soundkulisse. In Van Helsing Sniper ZX100 bekommt ihr das wohl lächerlichste "Congratulations" aller Zeiten zu hören. Nein, dieses blutleere Spiel braucht kein Mensch. Spart euch das Geld. Wertung: 3 / 10


Steamworld Dig
Nachdem ich vergangenen Monat das bereits ältere Steamworld Heist mit Begeisterung nachgeholt habe (Die Wertung findet ihr hier) war ich natürlich hungrig nach mehr und besorgte mir das - noch weit ältere - Steamworld Dig (8,99,- Euro im eShop). Das bedient aber ein völlig anderes Genre: In diesem Plattformer buddeln wir uns mit Spitzhacke und Bohrer in immer tiefere Tiefen einer Miene unseres verstorbenen Onkels. Und kommen so nebenbei einem Geheimnis auf die Spur, während wir nach Diamanten und Edelsteinen forschen. Die eingesteckten Klunker investieren wir an der Oberfläche in immer bessere Ausrüstung und Equipment, dass unser vorankommen erleichtert. Gegner fehlen in Steamworld Dig natürlich genau so wenig wie kleinere Puzzle-Abschnitte, die sich in freigeschaufelten Räumen verstecken. Das Spiel macht dabei auch ordentlich Laune, steuert sich formidabel und ist wie sein Nachfolger charmant ohne Ende. Da man sich hier seine eigene kleine Welt unter Tage baut, könnte es sogar Minecraft-Spieler eine Menge Freude bereiten. Kann man kaufen. Wertung: 7 / 10


Rage Of The Gladiator
Kennt ihr noch Punch-Out auf dem NES? Rage Of The Gladiator (6,99,- Euro im eShop) schlägt in die gleiche Kerbe, verfrachtet uns aber in ein Fantasy-Setting, wo wir in Gladiatorenkämpfe gegen allerlei Monster und Wesen aus der griechischen Mythologie kämpfen müssen. Auf simpelste Art und Weise weichen wir den Angriffen des Kontrahenten aus, blocken sie, oder setzen zum Gegenangriff aus der Ego-Perspektive an. Was in einem ersten Durchgang, vom Schwierigkeitsgrad her, noch recht moderat ist, wird auf den höheren Stufen doch erstaunlich anspruchsvoll, da die Gegner dann zusätzliche Angriffe erlernen. Das erbeutete Geld stecken wir in immer bessere Waffen und Rüstungen - können unseren Kämpfer aber auch gleichzeitig in offensive und defensive Magie schulen, die sich dann in der Arena in Form von Spezialangriffen entladen lässt. Rage Of The Gladiator ist schon durchaus eine spaßige Punch-Out-Alternative. Die Grafik weiß zu gefallen, nicht zuletzt dank der richtig gut animierten Gegner. Richtig viel Substanz besitzt das Spiel dennoch nicht und wirkt auf Dauer dann doch ein wenig eintönig. Aber viel mehr als ein Spiel "für die paar Minuten zwischendurch" will es wahrscheinlich gar nicht für sich als Ziel beanspruchen. Wertung: 6 / 10




--->>> 3DS-Games im Juli

Samstag, 3. Juni 2017

3DS-Check 5/2017 - Von Legna Tactica bis Ascent of Kings


Kurz: Ascent Of Kings
Der Monat Mai beginnt für mich mit einem just frisch veröffentlichten Spiel aus dem eShop. Und ich bekomme spontan Augenkrebs. Klar, Grafik ist nicht alles - aber es sieht trotzdem nach absolut nichts aus: Ascent Of Kings (2,25,- Euro im eShop). Auch bei näherer Betrachtung kommt dieses spartanische Jump'n'Run mit Metroidvania-mäßigem Unterbau nicht so wirklich aus sich raus. Mit dem Wunsch zum König gekrönt zu werden, müssen wir in diesem Spiel mit ansehen, wie unsere Brüder sich auf die Reise machen. Da fackeln wir nicht lange, laufen und springen hinterher; und machen uns selbst auf die Suche nach dem königlichen Schrein. Innerhalb kürzester Zeit - nach allerspätestens eineinhalb Stunden sollten die allermeisten Spieler das Ende vom Spiel zu Gesicht bekommen - sammeln wir Extras auf, die uns einen Doppelsprung, Gleitflüge oder das werfen von Steinen erlauben, womit sich wiederrum neue Wege erschließen. Die Automap passt sich dem Spiel an und ist hässlich, aber irgendwie funktional. Die Steuerung fühlt sich ganz gut an, hat aber auch ihre Tücken bei einigen präzisen Sprüngen, die wir absolvieren müssen. Ascent of Kings ist zu kurz und wirkt durch sein völlig unspektakuläres Leveldesign nicht vollkommen zu Ende gedacht. Wertung: 4 / 10



Mäßig: Legna Tactica
Mit Legna Tactica (9,99,- Euro im eShop) buhlt ein weiterer neuer SRPG-Vertreter um die Gunst der Käufer. Wer also noch nicht vom kürzlich veröffentlichten Mercenaries Saga 3 satt ist (Hatte ich hier drüben mal getestet), der findet hier rund 15 bis 20 Stunden anhaltendes, neues Rundentaktik-Futter. Wie das Gros aller Spiele der Firma Kemco, so wirkt auch Legna Tactica ein wenig wie aus dem Baukasten, und würde qualitativ wohl gerne mehr sein, als das, was es de facto ist: totaler Durchschnitt. Die Story ist so eben noch interessant genug, um einen bei der Stange zu halten. Aber große Wendungen oder Charakterköpfe dürft ihr in der mittelmäßig-spannenden Hintergrundgeschichte nicht erwarten; eine emotionale Reise ist hier Fehlanzeige. Immerhin: vier unterschiedliche Enden warten auf diejenigen, die die Kondition besitzen, bis zum Ende durchzuhalten. Neben einem relativ kleinen Fertigkeiten-Baum ist auch der Loot in Legna Tactica oder das Design der vielen Kampfbildschirme nur eher mäßig zufriedenstellend. Zudem stellt sich die gegnerische KI ganz schön dämlich an, indem sie mit größter Wahrscheinlichkeit immer nur den nächstbesten eurer Truppe angreift. Anstatt sich auf angeschlagene Gegner zu fokussieren. Oder mal die Heiler zu flankieren. Die Steuerung ist funktional, die Mucke ist nett und die Grafik geht wohl auch in Ordnung. An die grobschlächtigen Animationen muss man sich allerdings erst gewöhnen, wenn man ganz andere Kaliber in Form eines Fire Emblem auf dem 3DS gewöhnt ist. Wer aber schon alle Fire Emblem-Spiele und die Mercenaries Saga-Titel auf dem 3DS durch hat, der findet hier immerhin eine zusätzliche Alternative. Viel mehr Priorität als die "Ersatzbank" wird aber niemand dem Spiel ernsthaft zumuten. Als solches erfüllt es seinen Zweck und kann auch mal zehn Euro wert sein. Es ist unbefriedigend in seiner Gänze , aber trotzdem ganz okay, um die Zeit totzuschlagen und nicht vor Langeweile aus Versehen RTL einzuschalten. Wertung: 5 / 10



Gelungen: Toki Tori 3D
Toki Tori 3D (1,99,- Euro im eShop) erschien ursprünglich bereits 2001 auf dem Game Boy Color. Auf dem 3DS wurde es ordentlich remastered: nicht nur allein das audiovisuelle wurde einer Frischzellenkur unterworfen (dann wäre es auch nur ein Remake), sondern auch die Levelaufbauten und Gegner wurden gründlich überarbeitet. Mit unserem pummeligen Küken müssen wir in diesem Mix aus Platformer und Puzzler alle Eier aufsammeln. Dazu stehen uns diverse begrenzte Hilfsmittel zur Verfügung: Brücken bauen, Teleporter nutzen oder auch mal die Gegner einfrieren. Während die ersten Stages noch im schnellen Rutsch bewältigt sind - und höchstens Tutorial-Charakter besitzen - gibt es im späteren Verlauf der vier Welten erstaunlich fordernde Kopfnüsse, die eure Kombinationsgabe auf die Probe stellt. An Toki Tori 3D gibt es so gut wie nichts zu bemängeln. Für gerade einmal zwei Euronen bekommt man hier einen tagelangen Knobel-Spaß, der gut aussieht, sich gut anhört und gut die Birne zum qualmen bringt. In seiner Gesamtheit ist die Remastered-Version hier sogar dem Original vorzuziehen, dank Komfort-Funktionen wie einer "Rückspulfunktion" (sollte man sich in eine Sackgasse bugsieren) und dem viel flüssigeren Spielablauf. Wertung: 8 / 10


Einfallslos: Gunslugs
Prozedural generierte Levels in einem Action-Spiel sind selten eine gute Idee. Gunslugs (1,99,- Euro im eShop) beweist das. Denn statt handgeklöppelte, möglichst spannend designte Stages vom Kaliber eines Metal Slug, wirkt hier alles so schnarchig nach 08/15. Egal, wie oft man auch das Spiel neu startet und die CPU einmal mehr das Level auswürfelt: originell ist das alles niemals-nicht. Das Spiel versucht den Trümmerhaufen von einem Leveldesign aber mit brachialer nonstop-Run-and-Gun-Action zu verschleiern. Am laufenden Band schießen wir in diesem grobpixeligen Spiel die heran rennenden Gegner nieder, und klauben dabei Munition und neue Waffen auf. Was in der ersten halben Stunde noch ganz witzig ist, wird später schnell repetitiv. Aber auch verdammt schwierig: die Gegner werden härter und Gevatter Zufall lässt uns halt nicht immer die Waffen in Kisten herumliegen, die wir so gerne hätten. Oder bräuchten. Denn wenn wir Panzer-ähnliche Stahlkolosse in 8-Bit-Optik aus den Weg räumen müssen, uns das Level aber nur Munition für die schwachbrüstige Handwaffe serviert, dann ist Frust vorprogrammiert. Humor kann man dem Spiel nicht abstreiten: ob wir nun zusätzliche Charaktere freischalten, von denen einer aussieht wie John Rambo - oder aufgesammelte Münzen in ein kurzes GameBoy-eskes Mini-Spielchen investieren. Die Entwickler hatten scheinbar Spaß bei der Entwicklung. Schade nur, dass dabei ein so mittelmäßiges Spiel rausgekommen ist. Wertung: 5 / 10



Spannend: Steamworld Heist
Kurz vor knapp noch ein paar Worte zu Steamworld Heist (14,99,- Euro im eShop). Das habe ich nämlich erst vorgestern - nach knappen fünfzehn Stunden Gesamtspielzeit - beendet. Und ich war mir nicht sicher, ob ich es noch in den diesmonatigen 3DS-Check reinquetschen könnte. Aber da ich dieses Rundentaktische Geballere eben im Mai gespielt habe, gehört es genau hierhin. Da es sicherlich noch viele gibt, die dem Spiel (genau wie ich) aus irgendwelchen Gründen bisher keine Zeit gewidmet haben, lasst euch gesagt sein: Steamworld Heist verdient Priorität beim abarbeiten eurer Pile Of Shame der noch ungespielten Sachen! In spannenden, rundenbasierten Kämpfen steuern wir hier eine immer größer werdende Truppe von individuellen Steam-Robotern. In der Seitenperspektive funktioniert das erstaunlich gut und bietet sogar eine Prise Worms, denn nach dem positionieren (möglichst in ausreichender Deckung) dürfen wir mit der ausgerüsteten Waffe selbst zielen. Ohne Zielhilfe kommt man sich da stellenweise wie in Team 17's Klassiker vor, wenn die Bazooka ausgerichtet und abgefeuert wird. Die Stages sind ordentlich bis gut designt und die insgesamt drei großen Gebiete bieten sogar story-bedingt ein paar Bosskämpfe. Die Optik ist mit viel Liebe zum Detail realisiert worden. Gleiches gilt aber auch für die Akustik. Allein die Country-mäßigen Songs in einigen Locations sind echt kultig. Das sehr dynamische und intuitiv spielbare Steamworld Heist hat mich verdammt positiv überrascht - und auch verdammt schnell süchtig werden lassen. Und welches Kompliment könnte man einem Spiel mehr machen, als dieses prickelnde Gefühl auszulösen, dieses jenes Spiel jetzt unbedingt spielen zu wollen? Alles andere als eine klare Kaufempfehlung für diese Indie-Perle auszusprechen ist verdammt vermessen. Nicht nur Freunde vom Rundentaktik-Genre sollten an Steamworld Heist ihre helle Freude haben. Von daher ... Wertung: 9 von 10



Mittwoch, 3. Mai 2017

3DS-Check 4/2017 - Von Blaster Master Zero bis Lifespeed


Blaster Master Zero
Mit Spannung hatte ich darauf gewartet, nachdem ich erste Spielszenen im Netz gesehen hatte: Blaster Master Zero (9,99,- Euro im eShop). Klang vielversprechend. Da ich den Kauf der Switch erst Ende 2017 rum anpeile, freute ich mich natürlich über eine Version für Nintendos "alter" tragbarer Konsole. Der ursprüngliche Entwickler SunSoft ist kein unbeschriebenes Blatt: zumindest deren Batman-Spiele für NES und Game Boy schwirren mir bei der Nennung der Softwarefirma sofort durch die wenigen Gehirnwindungen. Deren 1991 veröffentlichtes Blaster Master dagegen war mir vorher völlig unbekannt. In acht großen Welten ballern und springen wir mit unserem Buggy durch gut designte Level. Dabei können wir aber auch das Gefährt verlassen und als kleines Pixelmännchen für Radau sorgen - und auch nur so wichtige Höhleneingänge passieren. Dort schaltet das Spiel in die Vogelperspektive und wir ballern uns durch Labyrinthe und eliminieren interessante Bossgegner. Metroidvania-mäßig werten wir unseren Buggy nach und nach auf, und es erschließen sich neue Wege und Möglichkeiten, voran zu kommen. Wobei sich das vorhandene Backtracking erfreulicherweise in Grenzen hält. Wer sich besonders viel Mühe gibt, der schaltet eine neunte Stage frei, die es zuvor im Ur-NES-Spiel so nicht gab. Blaster Master ist sechs bis acht Stunden lang ein verdammter Spaß! Und das sogar - wie in meinem Fall - ohne rosarote Nostalgiebrille ; mit möglicherweise dezent-verschleiertem Blick in vergangene NES-Zeiten inklusive einem Blaster Master-Modul. Mit seinem moderaten Schwierigkeitsgrad und einer anständigen Automap dürfte es auch all jene abholen, denen das Original von 1991 noch viel zu schwierig war. Bock auf ballern, hüpfen und erkunden? Kaufen! Lohnt sich! Wertung: 9 / 10



Super Destronaut 3D
Einen Originalitätspreis wird Super Destronaut 3D sicherlich nicht gewinnen (1,99,- Euro im eShop). Handelt es sich doch hier um eine von zigtausenden Space Invaders-Kopien. Nicht nur, dass es vergeblich um eine Rechtfertigung kämpfen muss, warum die Welt nun doch noch ein weiteres Ballerspiel braucht, wie man es in fast exakt dieser Form schon seit 1978 zur Genüge gezockt hat. Nein, es muss sich auch den Vergleich mit all diesen Kopien, und nicht zuletzt dem Original, gefallen lassen. Schlimmer noch: gegen das aufpolierte Space Invaders Extreme auf dem Nintendo DS wirkt es geradezu bieder und lieblos. Während das Taito-Remake alles bietet, was das Fan-Herz begehrt (Endbosse, psychedelische Optik und Akustik, flankiert von ziemlich gutem Leveldesign), gibt es in Super Destronaut 3D nur eine endlose Welle von immergleichen Gegnern, je nach Zufall in unterschiedlichen Formationen. Das Ganze spielt sich gar nicht schlecht! Für die fünf bis zehn Minuten zwischendurch ist es sogar hervorragend geeignet. Nur stellt sich mir die Frage, warum hierfür Geld ausgegeben werden soll, wenn ich für die gleiche Summe gleich neun weitere Spiele kredenzt bekomme - neben einem dieser obligatorischen Space Invaders-Klone. Die Rede ist natürlich von der Arcade Classics Collection (hatte ich hier drüben bereits getestet). Für einen eventuellen Nachfolger muss sich Entwickler Petite Games noch einiges einfallen lassen. Echtes Leveldesign, einen Shop (mit permanenten Zusatzwaffen/Upgrades) und mehr Abwechslung bei den Gegnern wäre ein Anfang. Aber wie bereits erwähnt: Schlecht spielt sich das alles nicht. Es hat am Ende des Tages nur so verdammt wenig Substanz. Wertung: 5 / 10


Lifespeed
"Endlich: WipeOut meets F-Zero auf dem 3DS. Und das sogar ausschließlich auf dem New 3DS, um die zusätzliche Hardware-Power auszunutzen." - So ungefähr jedenfalls war mein erster Gedanke vor dem nächsten Spontan- und Blindkauf namens Lifespeed (5,99,- Euro im eShop). Ähnlich wie beim hier vorgestellten Super Destronaut 3D kann ich mich hier nur wiederholen: es ist summa summarum kein schlechtes Spiel! Wie grundsätzlich jedes  nur durchschnittliche Spiel immer ein gewisses Potenzial besitzt, um dem einen oder anderen wenigstens ein paar Stunden zu unterhalten. Mit seiner Mischung aus Tunnel-Raser und einem üblichen Racing-Game setzt sich Lifespeed leider nicht wirklich gekonnt zwischen die Stühle. Wipeout-mäßig sammeln wir Extras auf und können während der Rennen Gegner mit Raketen beharken oder uns einen zusätzlichen Boost verschaffen. So einen richtigen Geschwindigkeitsrausch kann das Spiel dabei nicht wachrufen, da es letztlich doch flüssiger laufen könnte - und sollte - und die Grafik ganz einfach eine ganze Ecke zu grobkörnig für dieses Genre ist. Zwei dicke Taktlosigkeiten leisten sich die Entwickler hier, die nicht unerwähnt bleiben dürfen: die Einzelrennen sind gleich völlig unbrauchbar, so lange nicht irgendwann mal via Patch nachgebessert werden sollte. Egal, welche Strecke ihr auch wählt: das System wird sich mit einer Fehlermeldung aufhängen und euch zurück in das 3DS-Menü werfen! Qualitätskontrolle anybody? Der zweite Unfall ist die Solo-Kampagne an sich: Die acht Strecken sind in einer knappen Stunde beendet und die Hintergrundgeschichte endet unbefriedigend-unvollständig mit einem "To Be Continued". Da kommt man sich schon ein wenig verarscht vor. Was bleibt ist die relativ seelenlos umgesetzte Option einer linearen Meisterschaft. Nun, selbst ohne seine dicken Schnitzer könnte Lifespeed nicht völlig begeistern. Es fühlt sich auf fast schon unverfrorene Weise unfertig und unpoliert an und kratzt haarscharf an einen Totalausfall vorbei. Schade um das verschenkte Potenzial. Wertung: 4 / 10



The Legend Of Kusakari
The Legend of Kusakari (4,99,- Euro im eShop) hat mal eine witzige Idee als Unterbau. Während im dortigen Fantasy-Reich mutige Helden gegen Monster in den Kampf ziehen, schlüpfen wir in die Rolle des Gärtners Kusakari, bewaffnet mit einer Sense - Und mähen das Gras! Tumulte zwischen Helden und Monstern weichen wir in den fünfzig Stages aus. Und auch die herumstreundenen Gegner lassen wir besser links liegen, um stoisch die Sense in die Grasbüschel zu schwingen. Das Ganze hat schon ein wenig von Pac-Man, wenn wir dort die einzelnen Maps freiräumen. Statt Pillen ist es dann halt Grünzeug, dass von der Karte gefegt werden muss. Ein beständiger Zeitdruck macht die Sache knifflig, denn unser Gärtner verliert am laufenden Band Energie - hinzu kommen (im späteren Spielverlauf) Felder, die ihn verlangsamen oder zusätzliche Energie abziehen, sodass dem Spiel durchaus eine strategische Komponente mitgegeben wurde: wir kommen nicht umhin, uns eine gute Taktik auszudenken, um die Level im gegebenen Zeitrahmen zu meistern. So richtig Abwechslungsreich ist das alles natürlich nicht. Hier macht sich dann doch schneller als einem lieb sein kann die spielerische Ernüchterung breit. Aber insgesamt ist The Legend Of Kusakari mal eine Proberunde wert. Tipp: Abwarten, bis es mal vergünstigt im eShop auftauchen sollte. Und dann möglichst in kleinen Zwischendurch-Sessions spielen. Auf die Dauer hat nämlich auch Gras keine Power. Wertung: 5 / 10




Samstag, 1. April 2017

3DS-Check 3/2017 - Von Brave Dungeon bis Punch Club


Gelungen: Dragon Quest VIII
Nach über siebzig Stunden (verteilt über viele, viele Wochen) endlich durchgespielt: Dragon Quest VIII (39,99,- Euro im eShop). Objektiv betrachtet ist es vielleicht dann doch nicht das ultimative Meisterwerk innerhalb der Serie, als dass es von vielen angesehen wird, die es bereits auf der Playstation 2 spielen konnten: Es darf durchaus gestritten werden, ob denn Teil 8 wirklich der Beste aus der Serie ist. Aber im Kontext der Dragon Quest-Reihe ist es gewohnte JRPG-Kost auf einem unheimlich hohen Niveau. Die Spiele der Serie stagnieren nahezu; kennst du ein Dragon Quest, dann kennst du sie alle! Aber trotzdem (oder gerade deswegen!) wird sie von so vielen geliebt. Hier kauft man nicht die Katze im Sack und erlebt womöglich eine bitterböse Überraschung. Die Reise des verwunschenen Königs bietet eine grundsolide Story, mit einprägsamen Charakteren, die uns auf unserer Reise gegen den bösen, bösen Oberbösewicht begleiten. Die gelungene Grafik wird von tollen Animationen flankiert, die MIDI-mäßige Musik ist herzallerliebst - und sogar das Voice-Acting hat es auf die 3DS-Karte geschafft. Side-Quests wie die Foto-Safari (wo wir exklusiv auf dem 3DS Fotos von Gegnern und Orten sammeln müssen - gegen Belohnung natürlich) und das sammeln von Monstern, die wir dann in der Arena kämpfen lassen, kosten angehende Abenteurer zusätzlich aberwitzig viele Stunden. Der achte Teil der Reihe ist definitiv ein Must-Have für Fans der Reihe. Wertung: 9 / 10



Gekloppe: Punch Club
Hier treten wir in Rocky Balboa's Fußstapfen. Punch Club (9,99,- Euro im eShop) erinnert stark an alte Manager-Spiele und Wirtschaftssimulationen der frühen 90er Jahre, wenn wir unseren angehenden Boxer fit halten und für zukünftige Wettbewerbe trainieren. Neben dem eigentlichen Training, dass unseren anfänglichen Hanswurst in eine von drei möglichen Kampf-Spezialisierungen treibt, müssen wir auch die Werte für seine Energie, Nahrung und Stimmung auf Trab halten. Wir gehen jobben, um das verdiente Geld dann im nahegelegenen Supermarkt für ballaststoffreiches Futter auszugeben. Wir lassen ihn vor dem Fernseher abgammeln. Erobern seine heimliche Liebe (Adrian!). Oder hauen auch mal in Straßenkämpfen und Hinterhof-Turnieren anderen das überhebliche Lächeln aus dem Gesicht. Das Ganze besitzt eine nette Hintergrundgeschichte, die natürlich nicht ganz zufällig an eine Mischung aus Fight Club und den Rocky-Filmen erinnert - und 80er Jahre-Anspielungen auf die Hero Turtles und Masters Of The Universe gibt's obendrauf. Passend zu diesem Retro-Flash: die liebevolle Pixel-Optik und die anständige Chipmucke. Bis unser alter Ego endlich mal eine Villa samt Manager hat und um den Weltmeister-Titel kämpft, vergehen so einige Stunden: zehn bis fünfzehn solltet ihr einkalkulieren. Die Entwickler haben sich bis dorthin Mühe gegeben, dass doch etwas repetitive Gameplay mit vielen neuen Szenarien und Handlungssträngen aufzufrischen. Der Kampf als "The Dark Fist" gegen die Unterwelt gehört dazu. Das Arbeiten für ein Verbrecher-Syndikat inklusive persönlicher Vorstellung beim Don himself. Die Reise nach Russland, um dort neben einer verschneiten Hütte zu trainieren (Rocky IV lässt grüßen). All das lässt darüber hinwegsehen, dass es hier Genre-bedingt tagein und tagaus immer das Gleiche zu tun gibt. Nämlich trainieren, essen und schlafen. Wer damals so Sachen wie die Bundesliga Manager-Spiele oder das seichte Game Dev Story gespielt hat, der kennt das, findet sich damit ab und ergattert mit Punch Club einen charmanten Geheimtipp. Quasi einen Boxing-Manager für den 3DS. Wertung: 7 / 10



Genussoptimiert: Brave Dungeon
Dungeon Crawler sind scheinbar wieder schwer im Kommen. Gerade im Indie-Bereich. Inside System liefern hier anno 2017 ihre eigene Interpretation davon ab: das knuffelig-knuddelig-süße Brave Dungeon (4,99,- Euro im eShop). Aus der Vogelperspektive erkunden wir mit einem Mädels-Trupp fünf Dungeons mit jeweils vier Ebenen und genauso vielen Endbossen, in der Summe also zwanzig Stück an der Zahl. Gegner verkloppen wir dabei in zügigen, rundenbasierenden Kämpfen - Rätsel oder sonstige Kopfnüsse suchen wir dagegen mit der imaginären Lupe. Das Spiel ist dabei selbst im Experten-Modus nur moderat von der Schwierigkeit her, und ist generell sehr auf Casual gebürstet. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, sondern führt nur einfach dazu, dass es nicht so bockschwer ist und womöglich an der Frustrationsgrenze kratzt, wie Genre-Vertreter vom Kaliber eines Etrian Odyssey. Einmal gekaufte Items stellen sich nach der Rückkehr in die Stadt automatisch wieder her, selbst wenn sie verbraucht wurden - die Stats werden großzügig hochgepusht - alte Rollenspiel-Hasen haben nach 7, 8 Spielstunden ohne nennenswerte Probleme den Abspann vor der Nase. Dann ist das Spiel aber erfreulicherweise noch nicht beendet und im New Game Plus kommt ein zusätzlicher Dungeon nebst Schwierigkeitsgrad hinzu. Außerdem werden sehr nette Mini-Spiele freigeschaltet, darunter ein Poker und ein Endless-Runner. Die Grafik ist während der Dungeon-Hatz ziemlich steril - alles in allem sieht Brave Dungeon aber verdammt gut aus und hat nebenher Sprachausgabe und einige wirklich gelungene Tracks zu bieten, die gut ins Ohr gehen. RPGler sollten dem Anime-Erkundungstrupp hier auf jeden Fall eine Chance geben. Es ist seine fünf Euronen locker wert. Wertung: 8 / 10


Gelangweilt: SpeedX 3D
Langeweile lebt! Wenn sich an diesem Zustand überhaupt nichts ändert, obwohl man gerade mit einem Spiel zugange ist, dann hat es grundlegend versagt. Der Tunnel-Racer SpeedX 3D (2,99,- Euro im eShop) kann zumindest mit seinem Umfang punkten. Satte 48 Stages warten darauf, gemeistert zu werden. Dumm allerdings, dass mindestens die erste Hälfte davon höchstenfalls als Einschlafhilfe fungiert. Und nein: Adjektive wie hypnotisch oder meditativ verbieten sich dabei. Das gilt ebenso für den Endlos-Modus. Erst auf der Schwierigkeitsstufe Hard - besser aber noch im Insane-Modus - kommt das Spiel mal zu Potte und das ausweichen der Klötzchen wird ein wenig anspruchsvoll. Da wir nur nach links und recht ausweichen, lässt sich das Spiel bequem einhändig spielen (was die auftretende Müdigkeit allerdings nur verstärkt) und auftauchende Hindernisse kündigen sich schon Sekundenlang vorher an, da sie Spuren auf dem Boden vorausschicken. Einige Felder ändern bei Kontakt kurzzeitig unseren Status und erschweren die Jagd durch die ewig gleichbleibenden Tunnel, allerdings wirklich nur in Maßen. Es fehlt ganz einfach die Herausforderung. Wenn es um simple Tunnel-Raser geht, dann machen die AiRace-Spiele auf dem 3DS einfach viel mehr her. Das viel zu öde SpeedX 3D ist selbst zu einem Kurs von gerade mal drei Euro nicht wirklich zu empfehlen. Wertung: 3 / 10



Gemächtigkeit: Shovel Knight
Warum ein Schwert, wenn es auch eine Schaufel tut? Shovel Knight (24,99,- Euro im eShop) sieht sich als Hommage an alte NES-Platformer und will Megaman-, Castlevania- und sogar Duck Tales-Fans abholen und für sich begeistern. Und das schafft es erstaunlicherweise fast im Handumdrehen. Die Stages sind spannend inszeniert, die Steuerung ohne Fehl und Tadel, die Optik ist herzallerliebst und, verdammte Axt, dieser grandiose Soundtrack erst! Natürlich gibt es hier nichts, was Veteranen nicht schon in hundertdrölfzig anderen Spielen bereits kennengelernt hätten. Wir springen, hauen und hüpfen mit senkrechter Schaufel auf Gegner, die danach mehr als nur eine Kopfschmerztablette brauchen werden. Dabei sammeln wir Geld ein, dass wir in den Städten für zusätzliche Fertigkeiten eintauschen. Feuerbälle, temporäre Unverwundbarkeit und Co kosten Manapunkte beim aktivieren und wollen dementsprechend mit bedacht eingesetzt werden. Die Endbosse sind - wie das gesamte Spiel an sich - durchdacht, und Liebe zum Detail schimmert hier aus jedem Pixel. Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die etwas dünne Spielzeit von maximal 5, 6 Stunden. Da sich das Spiel aber an Fortgeschrittene und Profis richtet, könnten bei dem einen oder anderen noch ein paar zusätzliche Stunden addiert werden. Das Leben des Schaufel-Ritters ist hier wirklich kein Zuckerschlecken. Shovel Knight ist grandios und gehört in jede gut sortierte 3DS-Sammlung. Wertung: 10 / 10


Genickschussbremse: MegaMan Collection
MegaMan Legacy Collection (14,99,- Euro im eShop) enttäuscht. Und ist wohl das Ergebnis davon, wenn Capcom nicht selbst Hand an eine akkurate Emulation ihrer alten Spiele legen, sondern es stattdessen nur als Auftraggeber weiterreichen (in diesem Fall die Firma Digital Eclipse). Der Input-Lag ist in dieser Sammlung von einem anderen Stern und mit keinem anderen Virtual Console-Spiel vergleichbar! Auch nicht mit den anderen Capcom-Oldies, die man separat auf dem 3DS käuflich erwerben kann (ein Super Ghouls 'n Ghosts hat beispielsweise nicht so gravierende Probleme, trotzdem es auch nur emuliert wird). Auf gut deutsch reagiert die Steuerung von MegaMan also fühlbar verzögert - und zwar so dermaßen, dass ihr Bauklötze staunen werdet, wenn ihr Vergleiche zum NES-Original ziehen könnt. Was bei einem Spiel, dass so dermaßen schnelle Reflexe erfordert, fast schon ein Todesstoß ist. Die ohnehin heftigen MegaMan-Spiele sind dadurch noch eine ganze Ecke schwieriger zu meistern. Mit viel Engelsgeduld kann man sich auch an den permanenten Lag gewöhnen und seinen Spaß aus der Collection ziehen. Immerhin werden hier alle sechs MegaMan-Spiele auf dem NES geliefert. Dazu gibt es zu jeden Spiel ein wirklich nett gemeintes Museum, wo wir Handbücher, Verpackungen und Konzeptzeichnungen in digitaler Form kredenzt bekommen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die 3DS-Konvertierung solcher unsterblicher Klassiker hier bis an den Rand der Unspielbarkeit vergewaltigt wurde. Eine Schande ist das. Und letztlich nur was für beinharte Fans, die eine unpräzise Steuerung eventuell als zusätzlichen Anreiz sehen können: MegaMan war noch nie so knüppelhart-schwierig wie hier! Ungewollt. Wertung: 4 / 10