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Samstag, 1. April 2017

3DS-Check 3/2017


Gelungen: Dragon Quest VIII
Nach über siebzig Stunden (verteilt über viele, viele Wochen) endlich durchgespielt: Dragon Quest VIII (39,99,- Euro im eShop). Objektiv betrachtet ist es vielleicht dann doch nicht das ultimative Meisterwerk innerhalb der Serie, als dass es von vielen angesehen wird, die es bereits auf der Playstation 2 spielen konnten: Es darf durchaus gestritten werden, ob denn Teil 8 wirklich der Beste aus der Serie ist. Aber im Kontext der Dragon Quest-Reihe ist es gewohnte JRPG-Kost auf einem unheimlich hohen Niveau. Die Spiele der Serie stagnieren nahezu; kennst du ein Dragon Quest, dann kennst du sie alle! Aber trotzdem (oder gerade deswegen!) wird sie von so vielen geliebt. Hier kauft man nicht die Katze im Sack und erlebt womöglich eine bitterböse Überraschung. Die Reise des verwunschenen Königs bietet eine grundsolide Story, mit einprägsamen Charakteren, die uns auf unserer Reise gegen den bösen, bösen Oberbösewicht begleiten. Die gelungene Grafik wird von tollen Animationen flankiert, die MIDI-mäßige Musik ist herzallerliebst - und sogar das Voice-Acting hat es auf die 3DS-Karte geschafft. Side-Quests wie die Foto-Safari (wo wir exklusiv auf dem 3DS Fotos von Gegnern und Orten sammeln müssen - gegen Belohnung natürlich) und das sammeln von Monstern, die wir dann in der Arena kämpfen lassen, kosten angehende Abenteurer zusätzlich aberwitzig viele Stunden. Der achte Teil der Reihe ist definitiv ein Must-Have für Fans der Reihe. Wertung: 9 / 10



Gekloppe: Punch Club
Hier treten wir in Rocky Balboa's Fußstapfen. Punch Club (9,99,- Euro im eShop) erinnert stark an alte Manager-Spiele und Wirtschaftssimulationen der frühen 90er Jahre, wenn wir unseren angehenden Boxer fit halten und für zukünftige Wettbewerbe trainieren. Neben dem eigentlichen Training, dass unseren anfänglichen Hanswurst in eine von drei möglichen Kampf-Spezialisierungen treibt, müssen wir auch die Werte für seine Energie, Nahrung und Stimmung auf Trab halten. Wir gehen jobben, um das verdiente Geld dann im nahegelegenen Supermarkt für ballaststoffreiches Futter auszugeben. Wir lassen ihn vor dem Fernseher abgammeln. Erobern seine heimliche Liebe (Adrian!). Oder hauen auch mal in Straßenkämpfen und Hinterhof-Turnieren anderen das überhebliche Lächeln aus dem Gesicht. Das Ganze besitzt eine nette Hintergrundgeschichte, die natürlich nicht ganz zufällig an eine Mischung aus Fight Club und den Rocky-Filmen erinnert - und 80er Jahre-Anspielungen auf die Hero Turtles und Masters Of The Universe gibt's obendrauf. Passend zu diesem Retro-Flash: die liebevolle Pixel-Optik und die anständige Chipmucke. Bis unser alter Ego endlich mal eine Villa samt Manager hat und um den Weltmeister-Titel kämpft, vergehen so einige Stunden: zehn bis fünfzehn solltet ihr einkalkulieren. Die Entwickler haben sich bis dorthin Mühe gegeben, dass doch etwas repetitive Gameplay mit vielen neuen Szenarien und Handlungssträngen aufzufrischen. Der Kampf als "The Dark Fist" gegen die Unterwelt gehört dazu. Das Arbeiten für ein Verbrecher-Syndikat inklusive persönlicher Vorstellung beim Don himself. Die Reise nach Russland, um dort neben einer verschneiten Hütte zu trainieren (Rocky IV lässt grüßen). All das lässt darüber hinwegsehen, dass es hier Genre-bedingt tagein und tagaus immer das Gleiche zu tun gibt. Nämlich trainieren, essen und schlafen. Wer damals so Sachen wie die Bundesliga Manager-Spiele oder das seichte Game Dev Story gespielt hat, der kennt das, findet sich damit ab und ergattert mit Punch Club einen charmanten Geheimtipp. Quasi einen Boxing-Manager für den 3DS. Wertung: 7 / 10



Genussoptimiert: Brave Dungeon
Dungeon Crawler sind scheinbar wieder schwer im Kommen. Gerade im Indie-Bereich. Inside System liefern hier anno 2017 ihre eigene Interpretation davon ab: das knuffelig-knuddelig-süße Brave Dungeon (4,99,- Euro im eShop). Aus der Vogelperspektive erkunden wir mit einem Mädels-Trupp fünf Dungeons mit jeweils vier Ebenen und genauso vielen Endbossen, in der Summe also zwanzig Stück an der Zahl. Gegner verkloppen wir dabei in zügigen, rundenbasierenden Kämpfen - Rätsel oder sonstige Kopfnüsse suchen wir dagegen mit der imaginären Lupe. Das Spiel ist dabei selbst im Experten-Modus nur moderat von der Schwierigkeit her, und ist generell sehr auf Casual gebürstet. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, sondern führt nur einfach dazu, dass es nicht so bockschwer ist und womöglich an der Frustrationsgrenze kratzt, wie Genre-Vertreter vom Kaliber eines Etrian Odyssey. Einmal gekaufte Items stellen sich nach der Rückkehr in die Stadt automatisch wieder her, selbst wenn sie verbraucht wurden - die Stats werden großzügig hochgepusht - alte Rollenspiel-Hasen haben nach 7, 8 Spielstunden ohne nennenswerte Probleme den Abspann vor der Nase. Dann ist das Spiel aber erfreulicherweise noch nicht beendet und im New Game Plus kommt ein zusätzlicher Dungeon nebst Schwierigkeitsgrad hinzu. Außerdem werden sehr nette Mini-Spiele freigeschaltet, darunter ein Poker und ein Endless-Runner. Die Grafik ist während der Dungeon-Hatz ziemlich steril - alles in allem sieht Brave Dungeon aber verdammt gut aus und hat nebenher Sprachausgabe und einige wirklich gelungene Tracks zu bieten, die gut ins Ohr gehen. RPGler sollten dem Anime-Erkundungstrupp hier auf jeden Fall eine Chance geben. Es ist seine fünf Euronen locker wert. Wertung: 8 / 10


Gelangweilt: SpeedX 3D
Langeweile lebt! Wenn sich an diesem Zustand überhaupt nichts ändert, obwohl man gerade mit einem Spiel zugange ist, dann hat es grundlegend versagt. Der Tunnel-Racer SpeedX 3D (2,99,- Euro im eShop) kann zumindest mit seinem Umfang punkten. Satte 48 Stages warten darauf, gemeistert zu werden. Dumm allerdings, dass mindestens die erste Hälfte davon höchstenfalls als Einschlafhilfe fungiert. Und nein: Adjektive wie hypnotisch oder meditativ verbieten sich dabei. Das gilt ebenso für den Endlos-Modus. Erst auf der Schwierigkeitsstufe Hard - besser aber noch im Insane-Modus - kommt das Spiel mal zu Potte und das ausweichen der Klötzchen wird ein wenig anspruchsvoll. Da wir nur nach links und recht ausweichen, lässt sich das Spiel bequem einhändig spielen (was die auftretende Müdigkeit allerdings nur verstärkt) und auftauchende Hindernisse kündigen sich schon Sekundenlang vorher an, da sie Spuren auf dem Boden vorausschicken. Einige Felder ändern bei Kontakt kurzzeitig unseren Status und erschweren die Jagd durch die ewig gleichbleibenden Tunnel, allerdings wirklich nur in Maßen. Es fehlt ganz einfach die Herausforderung. Wenn es um simple Tunnel-Raser geht, dann machen die AiRace-Spiele auf dem 3DS einfach viel mehr her. Das viel zu öde SpeedX 3D ist selbst zu einem Kurs von gerade mal drei Euro nicht wirklich zu empfehlen. Wertung: 3 / 10



Gemächtigkeit: Shovel Knight
Warum ein Schwert, wenn es auch eine Schaufel tut? Shovel Knight (24,99,- Euro im eShop) sieht sich als Hommage an alte NES-Platformer und will Megaman-, Castlevania- und sogar Duck Tales-Fans abholen und für sich begeistern. Und das schafft es erstaunlicherweise fast im Handumdrehen. Die Stages sind spannend inszeniert, die Steuerung ohne Fehl und Tadel, die Optik ist herzallerliebst und, verdammte Axt, dieser grandiose Soundtrack erst! Natürlich gibt es hier nichts, was Veteranen nicht schon in hundertdrölfzig anderen Spielen bereits kennengelernt hätten. Wir springen, hauen und hüpfen mit senkrechter Schaufel auf Gegner, die danach mehr als nur eine Kopfschmerztablette brauchen werden. Dabei sammeln wir Geld ein, dass wir in den Städten für zusätzliche Fertigkeiten eintauschen. Feuerbälle, temporäre Unverwundbarkeit und Co kosten Manapunkte beim aktivieren und wollen dementsprechend mit bedacht eingesetzt werden. Die Endbosse sind - wie das gesamte Spiel an sich - durchdacht, und Liebe zum Detail schimmert hier aus jedem Pixel. Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die etwas dünne Spielzeit von maximal 5, 6 Stunden. Da sich das Spiel aber an Fortgeschrittene und Profis richtet, könnten bei dem einen oder anderen noch ein paar zusätzliche Stunden addiert werden. Das Leben des Schaufel-Ritters ist hier wirklich kein Zuckerschlecken. Shovel Knight ist grandios und gehört in jede gut sortierte 3DS-Sammlung. Wertung: 10 / 10


Genickschussbremse: MegaMan Collection
MegaMan Legacy Collection (14,99,- Euro im eShop) enttäuscht. Und ist wohl das Ergebnis davon, wenn Capcom nicht selbst Hand an eine akkurate Emulation ihrer alten Spiele legen, sondern es stattdessen nur als Auftraggeber weiterreichen (in diesem Fall die Firma Digital Eclipse). Der Input-Lag ist in dieser Sammlung von einem anderen Stern und mit keinem anderen Virtual Console-Spiel vergleichbar! Auch nicht mit den anderen Capcom-Oldies, die man separat auf dem 3DS käuflich erwerben kann (ein Super Ghouls 'n Ghosts hat beispielsweise nicht so gravierende Probleme, trotzdem es auch nur emuliert wird). Auf gut deutsch reagiert die Steuerung von MegaMan also fühlbar verzögert - und zwar so dermaßen, dass ihr Bauklötze staunen werdet, wenn ihr Vergleiche zum NES-Original ziehen könnt. Was bei einem Spiel, dass so dermaßen schnelle Reflexe erfordert, fast schon ein Todesstoß ist. Die ohnehin heftigen MegaMan-Spiele sind dadurch noch eine ganze Ecke schwieriger zu meistern. Mit viel Engelsgeduld kann man sich auch an den permanenten Lag gewöhnen und seinen Spaß aus der Collection ziehen. Immerhin werden hier alle sechs MegaMan-Spiele auf dem NES geliefert. Dazu gibt es zu jeden Spiel ein wirklich nett gemeintes Museum, wo wir Handbücher, Verpackungen und Konzeptzeichnungen in digitaler Form kredenzt bekommen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die 3DS-Konvertierung solcher unsterblicher Klassiker hier bis an den Rand der Unspielbarkeit vergewaltigt wurde. Eine Schande ist das. Und letztlich nur was für beinharte Fans, die eine unpräzise Steuerung eventuell als zusätzlichen Anreiz sehen können: MegaMan war noch nie so knüppelhart-schwierig wie hier! Ungewollt. Wertung: 4 / 10

Dienstag, 28. Februar 2017

3DS-Check 2/2017


Mercenaries Saga 3
Noch verdammt frisch im digitalen Nintendo-Store: Mercenaries Saga 3 (5,99,- Euro im eShop). Den zweiten Teil davon hatte ich bereits hier drüben getestet. Alles, was dort steht, gilt ebenfalls für den - womöglich abschließenden - Teil der isometrischen Taktikgefechte. Weiterentwickelt hat sich Mercenaries Saga 3 nämlich kein bisschen. Hier und da ein paar neue Fertigkeiten, ein paar neue Gegner - hinzugefügt wurde tatsächlich nur in Maßen, sodass es kaum auffällt. Dadurch, dass die Story wieder einmal nur arg durchschnittlich ist, die agierenden Charaktere noch etwas blasser als im Vorgänger sind, und hier sogar Musik, Grafik und vereinzelte Schauplätze einfach nur dumpf recyclet werden, ist die Luft im dritten Teil ein wenig raus. Es ist immer noch gut und kann Rundentaktik-Fans für volle zwanzig Stunden bei der Stange halten. Zweifelsohne. Was in Relation zu dem Taschengeld-Preis ein wirklich ordentliches Value For Money bedeutet. Aber für den nächsten Teil der Reihe würde ich mir endlich mal eine packend erzählte Geschichte wünschen. Mehr Bosskämpfe. Und mehr Interaktion mit der Umgebung. Und wo wir schon mal beim Wunschkonzert sind: eine grafische Überarbeitung und neue interessante Musik hätten auch ihren Reiz. Fans von Vandal Hearts, Final Fantasy Tactics und Co greifen trotzdem zu und werden es sicher nicht bereuen. Ich hatte auch meinen Spaß damit. Wertung: 7 / 10



Aeterno Blade
Noch so ein Blindkauf. Aeterno Blade (14,99,- Euro im eShop) wirkt auf den ersten Blick wie ein Castlevania-Platformer. Auf den zweiten und achtundneunzigsten Blick offenbaren sich dann die Beat em Up-Wurzeln, die das Spiel inne hat. Heldin Freyja sammelt Erfahrungspunkte und kann diese nicht nur in bessere Statuswerte pumpen, sondern auch neue Kombos mit dem Schwert erlernen. Das Spiel schafft dabei die schwierige Gratwanderung, genug Abwechslung bei den Kämpfen zu bieten, ohne das einem das lernen von viel zu vielen Kombo-Attacken überfordern könnte. Die Grafik und die Cutscenes sind nett, bewegen sich optisch aber nicht über Playstation 2-Niveau hinaus. Etwas mehr Vielfalt bei den Gegnern und interessantere Bossgegner wären hier wünschenswert gewesen. Auch das Leveldesign könnte durchaus etwas polierter sein. Alles in allem bleibt aber ein Spiel, dass es wert ist, mal angeschaut zu werden. Ich würde allerdings warten, bis es mal zum reduzierten Preis im eShop auftaucht, denn mit satten 15 Euronen fühlt es sich dann doch dezent zu teuer an. Wertung: 7 / 10



Hazumi
Kennt ihr noch Crillion, dass Ende der achtziger Jahre für den Amiga und C64 erschien? Bei Hazumi für den 3DS handelt es sich dabei um einen ziemlich dreisten Klon (2,69,- Euro im eShop). Aber: besser gut geklaut, als schlecht erfunden. Zumal das Spiel mit charmanter Chipmucke, ordentlicher Optik und satten 250 Levels daherkommt. Sogar ein gut zu bedienender Level-Editor hat es auf den 3DS geschafft, um der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Falls ihr Crillion von anno damals nicht kennen solltet: Das Spiel ist zu gleichen Teilen Knobelei als auch Geschicklichkeitstest, wenn die ständig in Bewegung befindliche Kugel durch die Level navigiert werden muss. Wir wechseln mit ihr die Farben, hauen möglichst schnell die bunten Blöcke weg und weichen dabei allerlei Hindernissen aus. Immer unter Zeitdruck. Denn nur durch temporeiches absolvieren schalten wir spätere Stages frei. Das alles ist ordentlich fordernd und macht richtiggehend süchtig - Und bis die große Menge an Levels erstmal durchgespielt ist, vergehen viele Tage. Gerade zu dem Preis gehört Hazumi eigentlich auf jeder gut sortierten 3DS-Speicherkarte. Eignet sich hervorragend für das schnelle Spiel zwischendurch, kann aber auch den Test bestehen, ein paar Stunden hintereinander an den Dualscreen zu fesseln. Wertung: 9 / 10



Quest Of Dungeons
Von Quest Of Dungeons hatte ich mir letztlich mehr erhofft (8,99,- Euro im eShop) - aber es kann seinen Usprung nicht verleugnen: im Smartphone-Sektor gibt es tonnenweise Rogue-artige Rollenspiele wie dieses hier, die sich größtenteils alle gleich spielen. Mit einen der wählbaren Helden kämpfen wir uns durch ein mehrstöckiges, prozedural generiertes Labyrinth, klauben tonnenweise Items auf und haben uns am Ende einer Reise hoffentlich gut genug entwickelt, um dem Ober-Mega-Bösewicht eins auf die Mütze zu hauen. Gevatter Zufall lässt die Dungeons in diesem Spiel aber zu keiner Zeit spannend ausfallen. Sie wirken hier nämlich genau wie das, was sie letztlich sind: statt liebevoll von Hand designte Dungeons gibt es 08/15-Kerker ohne Seele aus dem Algorithmus einer CPU. Das gilt auch für die schlappen zwei Quests, die per Zufall variieren: Entweder irgendeinen Gegner zur Strecke bringen, oder einen bestimmten Gegenstand finden. Auch wenn zusätzliche Charaktere freigeschaltet werden - mit denen wir die Dungeons abklappern dürfen - und die Umgebung ab und an ein wenig anders ausschaut: so ein richtig prickelndes Abenteuer ist Quest of Dungeons zu keiner Zeit. Wertung: 5 / 10



Unholy Heights
Eine echt lukrative Sache, so ein Hotelbesitzer zu sein. In Unholy Heights (5,99,- Euro im eShop) kassieren wir ordentlich Miete, indem wir allerlei Monster ein temporäres Zuhause anbieten. Die haben aber individuelle Wünsche und wollen mit bestimmten Möbeln, Unterhaltungsgegeständen oder sonstigem Luxus bei Laune gehalten werden. Der simple Managment-Part erinnert also stark an Die Sims-Spiele, wenn wir die Wohnungen den Bedürfnissen entsprechend ausstatten und die Miete anpassen. Zum Tower Defense mutiert Unholy Heights, sobald eine der daherlaufenden Helden-Truppen meint, unser Hotel dem Erdboden gleich zu machen. Die einquartierten Monster lassen sich aber zum Glück nicht so einfach verkloppen, haben alle unterschiedlichste Nah- und Fernkampfangriffe, und ziehen auf unseren Befehl hin in den Kampf auf Leben und Tod, um das Hotel zu verteidigen. Die Quests laufen dabei ständig nach dem gleichen Muster ab (töte Heldengruppe SoUndSo), bieten aber immerhin die eine oder andere taktische Prise, wenn Resistenzen der anrückenden Helden ins Spiel kommen. Nach und nach vergrößern wir das Hotel und können mehr und mehr seltsamen Wesen einen Wohnraum anbieten. Unholy Heights bietet vielleicht nicht die größte Abwechslung, aber Tower Defense-Fans machen mit dem Kauf nichts verkehrt. Bis man das Hotel in einen mehrstöckigen quasi-Palast verwandelt und alle möglichen Kreaturen auch mal gesehen hat, vergeht locker eine zweistellige Stundenanzahl. Wertung: 7 / 10



Dienstag, 21. Februar 2017

Enthüllt: Die 30 Spiele des Super Nintendo Classic Mini


Habt ihr euch 2016 auch dieses kleine, schnuckelige Mini-NES besorgt? Der Nachfolger davon - nämlich ein ähnlich attraktives Super Nintendo - wird zweifelsohne kommen, nachdem selbst Nintendo von dem Ansturm auf die kompakte Retro-Konsole positiv überrascht wurde. Dreißig Spiele werden erneut via komfortablen Menü abrufbar sein. Exklusiv gibt's hier die Enthüllung, welche das sein werden:

Kein SNES ohne Super Mario World. Das war ja schon ein Starttitel bei der Ur-Konsole, und hat rein gar nichts von seiner Brillanz verloren. Aber auch Super Mario World 2 - Yoshi's Island ist mit dabei. Hat nicht mehr viel gemeinsam mit den Abenteuern des Klempners, ist aber trotzdem ein wahnsinnig gutes Jump 'n Run aus der guten, alten 16-Bit-Ära. Um die Quasi-Mario-Trilogie perfekt zu machen, wird Nintendo auch Super Mario Kart mitliefern. Für spannende Mehrspieler-Duelle vor dem Fernseher ist also gesorgt. Die ersten beiden (kleinen) Überraschungen sind Mega Man 7 und Super Castlevania IV. Allerdings: so überraschend dann doch nicht. Capcom und Konami arbeiten schon länger erfolgreich mit Nintendo zusammen, um die Virtual Console mit ihren älteren Spielen zu füttern. Keine Überraschung dagegen: F-Zero und Super Metroid. Nintendo wären auch dumm, nicht aus ihrem eigenen wahnsinnigen Portfolio zu schöpfen. The Legend Of Zelda - A Link To The Past war demnach auch ein zu erwartendes (willkommenes) Spiel, dass den Weg auf die Platine finden wird. Pinball Dreams ist für Freunde von Flippersimulationen spielenswert. EA steuern ihren Klassiker Desert Strike bei. Aber auch die seichte Wusel-WiSim Theme Park ist nicht unbedingt ein Titel, mit dem gerechnet werden konnte. Ich persönlich freue mich auch sehr auf die beiden lokal entwickelten Spiele auf dem Mini Super Nintendo. Mit Super Turrican und Indiana Jones Greatest Adventures ist Deutschland gut vertreten. Super ist auch Super Ghouls n' Ghosts. Rollenspiel-Freunde bekommen mit Chrono Trigger, Final Fantasy VI und Breath Of Fire immerhin drei ultra-populäre JRPGs vor die Nase gesetzt. Wobei man mit einem zugedrückten Auge auch Secret Of Mana dazuzählen könnte. Noch einmal Konami: Turtles In Time verspricht gesellige Beat em Up-Runden vor der Flimmerkiste und mit Contra 3 - The Alien Wars liefert die Firma auch gleich einen weiteres Prunkstück ihrer Vergangenheit ab. Auch Axelay ist zweifelsohne ein Klassiker - unter den Ballergames. Vielleicht nicht so berühmt wie das ebenfalls mitgelieferte Starfox (in Europa auch bekannt unter Starwing), aber wir nehmen beides gerne mit. Noch mehr Multiplayer-Fun - und spontan beendete Freundschaften - wird Super Bomberman liefern. Für Versöhnung kann da wieder die komplette Trilogie aus Donkey Kong Country 1, 2 und 3 sorgen. Oder The Lost Vikings - Dieses verdammt geniale Spiel von den (World Of -) Warcraft-Machern. Oder Earthworm Jim. Oder das einzige Disney-Spiel in der Mini-Super-Nintendo-Sammlung: König der Löwen. Kulant, wie Nintendo nun einmal ist, zählt der Doppeldecker Tetris & Dr.Mario nur als ein einziges Spiel, da es sich um das 2-in-1 Modul aus dem Jahre 1994 handelt. Somit erhalten wir im Grunde also einunddreißig Spiele.

Ich hoffe, ihr freut euch auf diese Spieleflut für das kommende Super Nintendo Classic Mini ebenso wie ich. Es war mir jedenfalls eine Ehre, es hier - noch vor allen anderen - enthüllen zu dürfen. Etwaige Gerüchte von wegen "das hier ist nur ein Wunschkonzert!", "ein Gedankenspiel!", "ein Gehirnfurz!" oder "eine ganz persönlich zusammengewürfelte Auswahl an Spielen!", die ich gerne auf dem Mini-SNES hätte, weise ich vehement zurück! Mit aufstampfenden Beinen und "Nein, das ist die reine Wahrheit!" kreischend!

Freitag, 27. Januar 2017

3DS-Check 1/2017


Gewuselt: Swords & Soldiers
In dem Echtzeit-Strategie-Pendant Swords & Soldiers (6,99,- Euro im eShop) entsenden wir in 2D Truppen, bauen Türme, wirken Zauber - und mischen damit die gegnerische Basis auf der gegenüberliegenden Seite auf, die ebenfalls allerhand in die Schlacht wirft. Hektisch, sparsam taktisch, aber trotzdem spaßig sind diese Zwitter aus RTS und Tower Defense normalerweise. Der Umfang stimmt soweit: 40 Missionen warten in der Kampagne, wo wir mit deutlich unterschiedlichen Stämmen kämpfen. Wem das nicht reicht, der bastelt sich halt individuelle Geplänkel gegen die CPU zurecht oder versucht sich an spaßigen Mini-Spielchen. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt macht das Spiel mächtig Laune - wenn man sich denn erstmal an die seltsame Steuerung und das schon anfängliche ruckel-scrolling gewöhnt hat. Aber gerade das auswählen und zielen per Touchscreen wird zu einer Tortur, sobald im späteren Verlauf der 3DS gnadenlos in die Knie geht. Das Touchpad leidet dann ebenfalls am grafischen Schluckauf und will nicht mehr präzise reagieren.Technisch ist das hier ein Witz! Schade um das wirklich gute Spiel, dass hinter dieser verkorksten Programmierung steckt. Nur extrem Leidensfähige Spieler werden das Ende der drei Kampagnen zu Gesicht bekommen, ohne vorher entnervt aufzugeben. Passierte in meinem Fall nicht wirklich: rund 10 Stunden hatte ich mit Swords & Soldiers verbracht. Das technisch verkorkste Dingen hier kann man objektiv gesehen trotzdem nicht bedingungslos weiterempfehlen. Wertung: 5 / 10



Geschnetzelt: Severed
Ist die bizarre Welt von Severed einen Besuch wert (14,99,- Euro im eShop)? Wir steuern die verwaiste Sasha auf der Suche nach ihren verschwundenen Eltern durch eine düstere, manchmal auch eklige oder morbide Umgebung, erkunden in diesem RPG/Dungeon Crawler nicht nur ihr verwüstetes Zuhause, sondern auch Krähentempel und Zitadelle. Feld für Feld - und mit aufschlußreicher Automap bewaffnet - lösen wir hier Schalter- und Tür-Rätsel, die zwar alle nicht besonders knifflig sind, aber trotzdem Laune machen. Gekämpft wird in Echtzeit mit Bewegungen auf dem Touchscreen. Vergleichbar mit The Keep, über das ich schon ausführlicher berichtete. Das funktioniert super: wir teilen mit unserer Kämpferin Hiebe aus, blocken Schläge und trennen allen Monstern am Ende eines Kampfes Gliedmaße ab. Den obskuren Kram an Tentakeln, Gedärmen und Augen benutzen wir dann, um unsere Fähigkeiten zu verbessern. Später lernen wir durch das aufklauben von besonderen Gegenständen auch quasi-Zaubersprüche. Severed hat leider nur eine Spielzeit von etwa 6 bis 7 Stunden. Und der Wiederspielwert ist mächtig gering, wenn wir bereits im ersten Durchlauf die paar Geheimräume im Spiel erkundet haben. Andererseits: Das macht das Game kompakt und auch an einem Wochenende schaffbar. Grafik und Musik sind sehr eigenwillig - am besten vorher mal in den Trailer schauen, ob das Design einem persönlich zusagt. Nicht nur das melancholische (und offene)  Ende vom Spiel schreit geradezu nach einem Nachfolger - auch die schwachbrüstige Hintergrundstory lässt viel zu viele Fragen offen. Dennoch: ein erfrischend Action-geladener Rollenspiel-Trip, an den man sich auch viele Jahre später noch erinnern wird. Ein Spiel, wie es letztlich nur aus der Indie-Szene kommen konnte. Wertung: 8 / 10


Gelangweilt: Crollors Game Pack
Im Dezember landete Crollors Game Pack im Nintendo-Store (1,49,- Euro im eShop). Ich ließ mich da nicht lange bitten: vier Minispiele zum Preis einer Tafel Schokolade? Gebongt. Das vertikal ablaufende Space Shooter strotzt vor Langeweile und wird selbst von vielen Freeware/PD-Shootern aus der 16 Bit-Ära ausgelacht. Im Endlos-Modus (ohne Extrawaffen, Endgegnern oder auch nur ansatzweise so etwas wie ein adäquates Leveldesign) ballern wir Asteroiden und schäbige Raumschiffe ab. Braucht kein Mensch. In Dotch it weichen wir auf einem kleinen Feld einfach nur herumfliegenden Kugeln aus. Ebenfalls im Endlos-Modus - wie alle anderen Spiele auch. Zig-Zag Ball verlangt, dass wir permanent den gleichen Button drücken, damit die Kugel ihre Richtung wechselt, um nicht von der Strecke herunterzufallen. Nach fünf Minuten ist nicht der Schwierigkeitsgrad das Problem, sondern nachlassende Konzentration, weil man extrem müde wird. Allein Color Switch macht eine halbe Stunde Gesamtspielzeit Laune. Dort müssen wir eine Kugel vertikal durch Farbfelder befördern, indem wir den Touchscreen benutzen. Noch das gelungenste Spiel dieser Sammlung, weil es immerhin unterdurchschnittlich viel Spaß macht. Ähnlich wie beim "großartigen" Galaxy Blaster (Hatte ich hier drüben mal getestet) kann ich von so einem Quatsch nur abraten. Der Programmierer sollte sich in Grund und Boden schämen, für seine unpolierten Hobbie-Projekte aus der Schreibtischschublade auch noch ernsthaft Geld zu verlangen. Wertung: 2 / 10



Dienstag, 3. Januar 2017

Retrogaming-Highlights (und der Dreck unter den Fingernägeln) 2016

Schööö, 2016! Es wird mal wieder Zeit, die vergangenen 12 Monate - in Sachen alte Spiele - kurz Revue passieren zu lassen. Auf brandneue Spiele und das Geschehen in der Szene will ich da gar nicht weiter eingehen, denn vieles war einfach nur nervig.

Sei es nun deswegen, weil Kunst nicht anerkannt wird und ein Spiel stattdessen stumpf und ohne Leidenschaft auf sein technisches Gerüst heruntergebrochen und auf seine spielerischen Defizite viel zu sehr reduziert wird. Begleitet von einem nüchtern-lieblosen Blick, den ich beim Spielen hoffentlich niemals erreichen werde. Aber da ich was von Freundschaft und Tieren verstehe, konnte mir das bei The Last Guardian nicht passieren. Es blieb am Ende das einzigste Spiel 2016, dessen Finale mich wortwörtlich zu Tränen gerührt hat.

Oder dieses nervige Monetarisierungs-Konzept bei den Spiele-Podcasts. Endlich ist auch ein beschissenes quasi-Free2Play im Audio-Sektor angekommen, wurde (und wird) mit ordentlich Dollarzeichen in den Augen schamlos konvertiert. Da wird die Hörerschaft rücksichtslos in "Premium" und "Schmarotzer, die nix zahlen" gespalten. Witzigerweise von manchen Leuten, die selbst vehement gegen so etwas wie die Monetarisierungs-Monster einiger "Free2Play"-Titel sind. Nun, das nennt man dann wohl Doppelmoral, Freunde. Aber: Macht nix! Zum Glück gibt es die Verfechter einer "sharing community" nach wie vor, die nicht bettelnd um die imaginären Häuser ziehen, sondern einfach nur kostenlos Content raushauen.

Früher war doch sowieso alles ... anders. Obwohl ich 2016 verhältnismäßig wenig alte Spiele gedaddelt habe, komme ich dieses Jahr trotzdem auf meine letztjährige Top- und Flop-5. Wie immer findet ihr an dieser Stelle, unter dem Spiele-Titel verborgen, einen Link zur grandiosen Seite Kultboy Dot Com, wo ihr neben weiteren Infos und Testberichten zu den Games auch immer lesenswerte Kommentare erspähen könnt. Da ich mich dort bei vielen der genannten Titel schon ausgiebig ausgelassen habe, fasse ich mich mit meinem Fazit hier und heuer kurz. Ansonsten: die Leidenschaft für alte Spiele ist ungebrochen und neben Breath Of Fire II stehen noch so einige Uralt-Spiele für dieses Jahr auf meinem digitalen Speiseplan. Welche das aber genau sein werden ... weiß ich selbst noch nicht.  :)

Ich wünsche euch ein spaßig-nostalgisches Retrospiele-Jahr 2017 <3



Aufbau: Platzierung / Titel + Link des Spiels / auf welchem System gespielt / Kommentar


Flop 5:



(5.) Knight Quest - System: GameBoy

Die Erwartungshaltung vor diesem Rollenspiel war ziemlich hoch. Taito sind schließlich keine Unbekannten! Aber was sie dort rausgehauen haben, ist ein erstaunlich langweiliges RPG mit total unspektakulären Kämpfen und einer müden Story. Schade.













(4.) Under Pressure - System: Amiga

Diesem Spiel habe ich 2016 eine zweite Chance gegeben, nachdem ich es zuletzt gespielt hatte, als noch der gute alte Amiga 500 auf dem Schreibtisch meines Kinderzimmers protzte. Es wäre nicht der erste Titel gewesen, bei dem mich meine Erinnerung täuscht. Hier allerdings hatte ich nicht das Glück. Under Pressure ist ziemlicher Murks.  Kein Wunder, dass es damals ziemlich schnell wieder zu Leerdisketten degradiert wurde.








(3.) Jetstrike - System: Amiga

Und noch ein Spiel, dass ich bereits kannte (und überhaupt nicht mochte). Die positiven Kommentare auf Kultboy und auch eine nett gemeinte Beschreibung in der Retro Gamer brachten mich dazu, es mir nochmals anzuschauen. Vielleicht hatte ich ja was übersehen? Hatte ich das Spiel einfach nicht verstanden? Nein. Das ist einfach nur Quark. Blöde Steuerung, total unübersichtlich, nervige Musik. Bäh!






(2.) Dragon's Lair - System: NES

Ich mag Ritter Dirk. Deswegen passiert es andauernd, dass ich mir ältere Konvertierungen von ihm anschaue. Obwohl ich eigentlich wenig Hoffnung besitze, dass mir nochmal ein gutes Dragon's Lair-Spiel über den Weg läuft (es gibt tatsächlich ein brauchbares auf dem PC, neueren Datums): andauernd grabe ich Don Bluth's Helden-Epos auf Uralt-Systemen aus. 2016 stand das NES-Dragon's Lair an. Einfach. Nur. Zum. Davonlaufen!









(1.) Dark Castle - System: Sega Mega Drive

Dieses alberne, schlecht zu steuernde Machwerk verdient eigentlich keine weitere Beschreibung. Jeder Anschlag ist verschwendete Zeit. Erst im Dezember 2016 gespielt, hat es sich prompt an die Spitze meiner Flop 5 festgesetzt.














Top 5:



(5.) Dragon Quest VII - System: Nintendo 3DS

Ich war erst am überlegen, ob Dragon Quest 7 hier überhaupt reingehört. Aber ja: es ist schließlich schon satte 16 Jahre alt! Das 3DS-Remake ist gelungen. Auch wenn das Spiel so einige Längen hat - und es im DQ-Universum zu den eher schlechteren gehört - hatte ich wochenlang Spaß damit.







(4.) Donkey Kong Land 2 - System: GameBoy

Nachdem mich das allererste Donkey Kong Land schon ziemlich begeistert hatte, stand natürlich auch noch der Nachfolger auf dem Programm. Obwohl die Donkey Kong Country-Spiele (SNES) jederzeit vorzuziehen sind, zolle ich den spaßigen DC Land-Spielen hiermit Respekt. Erstaunlich, was Rare da alles aus der antiken GameBoy-Hardware herausgekitzelt haben. Zudem ist das Spiel sehr umfangreich und hat mich mehrere Tage extrem bei Laune gehalten.







(3.) Super Ghouls 'n Ghosts - System: Nintendo 3DS (Virtual Console)

Super Ghouls n' Ghosts hatte ich anno 2016 wieder zu schätzen gelernt. Und auch endlich mal durchgespielt! Je mehr Jahre ins Land ziehen, desto sympathischer wird mir das grandiose Leveldesign, die gute Grafik und der stimmungsvolle Sound. Hart ist halt doch manchmal geil!







(2.) Front Mission - System: Super NES

Ungefähr zehn Jahre, nachdem ich Front Mission für mich entdeckt hatte, ist aus einem "nur mal kurz zehn Minuten reinschauen" ein wochenlanger Spiele-Marathon geworden. Und es hat wieder genauso viel Spaß gemacht! Könnte gut sein, dass ich es in zehn bis fünfzehn Jahren erneut spiele und dann wieder in Begeisterung verfalle. Wer weiß!? Ein echter Geheimtipp für Rundentaktik-Freunde.








(1.) Legend Of Zelda - Ocarina Of Time - System: Nintendo 3DS

Dieses Remake auf dem 3DS war wie für mich geschaffen, da ich damals die N64-Version nicht gespielt hatte. Die anfänglichen Zweifel, ob ein Zelda in 3D denn überhaupt funktionieren würde, wurden ganz schnell weggefegt. Und wie es das kann! Was für ein charmantes Abenteuer! Was für ein Meisterwerk!




Samstag, 31. Dezember 2016

3DS-Check 12/2016


Voluminös: 10-In-1-Arcade Collection
Über die Feiertage bin ich endlich mal dazu gekommen, mir ausführlich die 10-In-1 Arcade Collection anzuschauen (1,99,- Euro im eShop). Die wartet schon ein paar Jahre auf etwaige Käufer im eShop und ist derzeit (bis kurz nach Januar) sogar zum Schnäppchen von 0,99,- Euro zu haben. Klar, die zehn Spiele sind alles keine Originale. Wir haben hier u.a. einen prima Asteroids-Klon, ein Tribut an das altehrwürdige Space Invaders (mit einem Zauberer (?), der von unten das anrückende Gesocks zerschießt), eine nette Snake-Variante (bloß mit einem UFO, dass immer "länger" wird), einen eher mageren Breakout-Klon, einen guten Dr. Mario-ähnlichen-Puzzler oder auch ein ordentliches Sokoban-mäßiges Kistenschiebepuzzle. Auch der Rest ist Geschmackssache: zwei von zehn Spielen sagen mir überhaupt nicht zu. Einige empfinde ich als arg durchschnittlich. Aber im Grunde sollten für jeden hier wenigstens eins, zwei Spiele dabei sein, um die Zeit ein wenig totzuschlagen. Grafik und Sound - im Bitmap-Pixel-Look - sind allerdings eher nicht so gelungen und wirken alles andere als poliert. Dennoch: eine ordentliche Compilation, die für wenig Geld einen kleinen Batzen an gut spielbaren Mini-Games auf die Speicherkarte befördert. Wertung: 7 / 10



Quitschbunt: Fantasy Pirates
Noch so ein Mini-Spiel, diesmal in ziemlich hässlicher 3D-Optik; qualitativ irgendwo zwischen Playstation 1 und 2 verankert. In Fantasy Pirates (4,50,- Euro im eShop) umkreisen wir mit einem Piratenschiff eine Art Burg und ballern Wälle und Abwehrtürme nieder, um an die Schatztruhen zu kommen. Dabei versuchen uns heranrauschende, total absurd-kitschige Gegner wie Bleistiftanspitzer und Marienkäfer daran zu hindern. Via Touchscreen zielen wir, während unser Schiff mit dem digitalen Steuerkreuz das Hindernis umrunden, aber auch abtauchen und springen kann. Klappt eigentlich ganz gut. Ist aber auch nicht besonders schwierig, sodass geübte Spieler bereits nach gut einer Stunde Spielzeit sämtliche Level durchgeballert haben. Genauso bunt und quitschig wie das Spiel an sich sind die nervtötende Musik und die billigen Soundeffekte. Na ja. Für die zehn Minuten zwischendurch ist das ganz okay. Ich empfehle aber abzuwarten, bis Fantasy Pirates mal für unter einen Euro im Store auftaucht. Als Angebot ist es dort nämlich des Öfteren mal zu finden. Man kann aber auch einfach so Konsequent sein und strikt auf Durchschnitt verzichten. Schadet auch nicht. Wertung: 5 /10


Knüppelhart: Ambition Of The Slimes
Bereits Anfang Dezember stand bei mir Ambition Of The Slimes auf dem Plan (5,00,- Euro im eShop). Das hat die wirklich witzige Idee, dass wir in taktischen Gefechten Runde für Runde Schleime über die Vandal Hearts-mäßigen quadratischen Schlachtfelder bewegen. Verteidigende Kämpfer, Zauberer, Bogenschützen und Diebe werden übernommen, indem wir die Schleimpropfen nahe genug heranpirschen und im Körper der anvisierten Gegner verschwinden lassen. Daraufhin verursachen wir Raudau in deren eigenen Reihen. Klingt nach Spaß, oder? Das Spiel hat allerdings das Problem, dass es sich durch seinen viel zu heftigen Schwierigkeitsgrad kein bisschen dynamisch, sondern nur verdammt träge und extrem kopflastig spielen lässt. Ambition Of The Slimes verzeiht keinerlei Fehler und richtet sich an knallharte Rundentaktik-Profis. Wen das nicht zurückschrecken lässt, der kann ja mal einen Blick darauf werfen. Alle anderen sollten besser zu Mercenaries Saga 2 greifen (einen ausführlicheren Test hatte ich bereits hier hinterlassen). Das bietet mehr Story, ordentlich Loot und einen viel ausgewogeneren Schwierigkeitsgrad. Mit all dem kann das Schleim-Spiel hier nicht wirklich punkten. Wertung: 6 / 10



Grütze: Galaxy Blaster
Frisch im Dezember erschienen: Galaxy Blaster (1,49,- Euro im eShop). Besitzt nur einen Hauch von Grafik und satte drei Sekunden ätzende Musik, die dann in einer Dauerschleife vor sich hin onaniert. Aber, egal. Hauptsache das Spiel macht Spaß! Am unteren Rand bewegt sich unser (Breakout? Arkanoid?-) Schläger automatisch von links nach recht - und wieder zurück. Nonstop. Während von oben herab galaktische Alien-Spermien ins Bodenlose fallen. Wir müssen nun einfach zur richtigen Zeit den Touchscreen antippen, damit unser "Dingsbums" einen Schuss abgibt und die immer gleichbleibenden Gegner aufhält. Das war's. Spannung und Adrenalin pur ... Galaxy Blaster ist kaum fünf Minuten zu ertragen, weil man schon in den 80ern bessere Spiele im Public Domain-Pool gesichtet hat. Und selbst, wenn die eine oder andere Freeware-Gurke anno damals auf C64- und Amiga-Disketten zu finden war, so waren sie doch immerhin kostenlos und durch das Prädikat "Homemade - von Fans für Fans" geschützt. Es ist schon eine Frechheit, für so ein Machwerk wie Galaxy Blaster auch noch Geld zu verlangen. Ich will meine 1,50,- Euro zurück und werf sie dann im hohen Bogen über die Schulter. Dort ist die Knete besser aufgehoben. Wertung: 1 / 10


Verwinkelt: Picdun 2
Picdun 2 (4,99,- Euro im eShop) will, dass wir eine Karte - restlos bis auf den letzten Kachel - erkunden. Während wir dies bewerkstelligen, hauen wir in Echtzeit und semi-nervigen Zufallskämpfen absurden Monstern auf die Rübe und blocken ihre Schläge per Knopfdruck. Anpruchsvoll werden diese Kämpfe aber leider so gut wie nie. Schrittweise und in 90-Grad Drehungen erinnert das alles an selige Dungeon Master-Zeiten, ohne aber jemals dessen Spieltiefe zu erreichen. Denn im Grunde seines digitalen Herzens ist Picdun 2 ein Puzzler. Kein nennenswerter Loot, dafür aber mit einer blutleeren Story unbewaffnet. Mit albernen, auf sexy getrimmten Anime-Mädels, als Begleitung. Atmosphäre kommt da gar nicht auf. Zudem werden erst ab dem 20. Dungeon die Gehirnzellen ein wenig gefordert, wenn Teleportations- und Eisfelder auftauchen und wir uns mehr und mehr um Orientierung bemühen müssen. Ab da beginnt Picdun 2 dann auch tatsächlich ein wenig Spaß zu machen. Wenn ihr dem Spiel eine Chance geben wollt, seid also darauf gefasst, dass es erst verdammt spät in die Gänge kommt. Insgesamt: Nett. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wertung: 6 / 10




Mittwoch, 21. Dezember 2016

Zuletzt gelesen: M!Games (Maniac)



Lang, lang ist's her, als ich meine letzte M!Games gelesen habe. Wirklich lange: Anno damals wurde das Magazin noch unter dem Namen Maniac publiziert. Dabei hinterließ das Multiformat-Magazin durchaus keinen schlechten Eindruck - aber aus irgendeinem Grund widmete ich mich danach trotzdem anderen Blättern, um auf dem Laufenden zu bleiben. Wie beispielsweise der Games Aktuell. Die letzten drei Ausgaben der Mania...ähhh....M!Games landeten dagegen endlich mal wieder auf meinen Schreibtisch. 

Alter Kram neu vermarktet: Das Mini NES wird vorgestellt
Auf 100 Seiten präsentiert sich das Magazin von der Cybermedia Verlagsgesellschaft, und kostet dabei immerhin stolze 4,90,- Euro. Wie bei vielen Magazinen liegt der Fokus natürlich auf aktuelle Spieletests und Previews. Wobei die (in Zeiten des WWW eher unnützen) Vorschauberichte hier wieder einmal viel zu viel Platz einnehmen. Ganz so gravierend wie bei der Games Aktuell wird's hier aber nicht. Da die eigentliche Preview-Lesestrecke zwischendurch mal von Reportagen, Interviews und anderen Extras unterbrochen wird - nennt sich bei der M! Games "Extended" - wirkt das alles ein wenig bunt gemischter und eignet sich daher prima, wenn man das Heft chronologisch von vorn bis hinten durchliest. Die News punkten bei der M! Games zum einen mit einem aktuellen Datum: wann genau, an welchem Tag, ist wo etwas passiert/veröffentlicht? Ein Detail, dass auf total nerdige Art und Weise begeistert. Genauso wie das erwähnen von Spielen und Compilations, die nur im Ausland erschienen sind.

Bunt: Golden Axe in der Retrospektive-Rubrik

Wie hoch ist der Retrogaming-Anteil der M!Games? Nun, hin und wieder finden ältere Spiele natürlich Erwähnung. In der Titelstory der Oktober-Ausgabe namens "Alles Zombie!" sind unter den siebenundzwanzig vorgestellten Spielen - darunter natürlich aktuelle Games wie Resident Evil 7 oder Dead Rising 4 - auch ein paar Klassiker zu finden: Super Ghouls 'n Ghosts und das von Ubisoft 1986 veröffentlichte Zombi zum Bleistift. Nett. Eine monatliche Retrospektive-Rubrik gibt es aber ebenso. Immerhin auf vier vollen Seiten wird dort expressiv in der Vergangenheit geschwelgt. Viel Text gibt es dort dennoch nicht, da die Infos nur in den mageren Bildunterschriften verbraten werden. Eher selten schenkt man mal dem Merchandise ein paar Zeilen. Oder wirft kurz mit ein paar Info-Schnipsel über die Entwickler um sich. Das aufblähen von 2D-Hintergründen und Sprites kostet dem Artikel immens viel Platz, worunter dann der eigentliche Lesestoff zu leiden hat.

Akte BPJM: Lesenswerte Hintergründe
Apropos alter Kram: Auch die Artikel-Reihe "Akte BPJM" fischt oftmals unter den klassischen Spielen, um eines der Index-Spiele näher zu beleuchten. Mit welcher Begründung ist es aus dem Handel gezogen worden? Was meint die Redaktion dazu? Eine kleine, aber feine Rubrik in der M!Games, die Spaß macht und Wissenswertes liefert.

Nicht wirklich Meta, aber interessant: Japanische Erotik-Spiele im Fokus

Und noch mehr Retro: Seit der November-Ausgabe werden auch VR-Spiele ausführlich besprochen. Das nimmt das Magazin zum Anlass, die exotische J5A-Brille für die Playstation 2 vorzustellen. Die war damals nur in Japan erhältlich - und ist selbst dort nicht im regulären Handel aufgetaucht. Mit so kleinen Schmankerln überrascht das Magazin. Überhaupt: bei den Extended-Rubriken der M!Games findet sich immer wieder mal Stoff für Retro-Gamer. In dem Artikel "Polygon Power" rücken beispielsweise Spiele bis aus den achtziger Jahren ins Rampenlicht. In "Zu jung für Deutschland" werden teils auch alte Japano-Spiele erwähnt. Und wer noch mehr Pixel will: die DLC- und Download/Indie-Titel bekommen hier eine eigene Rubrik, abseits der ganzen AAA-Titel. Die obligatorische "Maniac vor 20 Jahren"-Rubrik widmet sich natürlich ebenfalls der Vergangenheit. Überraschenderweise...

Dürftig: eine Einzige "Leserseite"
Nicht alles weiß bei der M! Games zu gefallen. Die Interaktiv-Rubrik wird zum Beispiel auf Sparflamme betrieben. Das Magazin benutzt (wie viele andere auch) eine total altmodische und völlig undurchsichtige 100er-Wertung bei den Rezensionen. Der extrem nützliche Button bei den Spieletests, der die ungefähre Spieldauer angibt, taucht nicht immer auf (warum nicht?). Dazu kommt, dass große Reportagen, die die Meta-Ebene wenigstens ansatzweise streifen, genauso fehlen, wie meinungsstarke  Kolumnen der Redakteure. Beides wird schmerzlich vermisst und würde dem Magazin mehr Kontur verleihen.

Nun, am Ende bleibt ein fast fünf Euro teures Magazin, dass trotzdem sein Geld wert ist. Weil es sich mit seiner Schreibe, seiner Aufmachung und der Themenwahl geschickt zwischen die Stühle setzt - mittendrin und wie eine Mischung zwischen einem Teenie-Blättchen, wie die Bravo Screenfun eines war (deren Schreibe und Layout auf ein eher jüngeres Publikum zielte) und einem eher konservativen Online-Magazin wie GamersGlobal. Die Mania ...ähmmm... M!Games unterhält also vorzüglich, ohne zu sehr mit Wortakrobatik auf die Kacke zu hauen oder Pseudointellektuell ihre imaginäre Brille zu richten. Bei meinem wichtigsten Grund für den "Besuch" der letzten Monate, bleibt mir das Magazin aber trotzdem etwas schuldig. Denn ganz so freakig, anders als die Anderen und progressiv, als wie sie von vielen ihrer Leser immer dargestellt wird, ist sie dann doch nicht. Aber in Zukunft wird sie immerhin ein grundsolides Multiformat-Magazin sein, dass ich je nach Laune mal mit in den Einkaufskorb mit reinpacken kann. Hätte ich schon viel früher machen sollen, denn besser als die vergleichbaren Games Aktuell oder Computer Bild Spiele ist sie dann doch.